Abb. 53. Maria mit dem Jesusknaben.
Gemälde von Murillo in der Dresdener Galerie. (Zu [Seite 50].)

Dem wachsenden Verkehr innerhalb der Stadt wurde Rechnung getragen durch den Durchbruch großer Straßenzüge aus der Mitte der Stadt nach den Vorstädten. Diese erfolgten nur in der von Haus aus enger und winkliger gebauten Altstadt. Es sind die Wettinerstraße, König-Johann-Straße und Johann-Georgen-Allee. Dann wurden auch die Alleen auf den ehemaligen Festungsgräben und Stadtwällen in breite Ringstraßen verwandelt. Doch hat auch die Neustadt nach Verlegung der Kasernen in die Albertstadt auf dem Boden der Dresdener Heide bedeutende Bauflächen auf dem rechten Elbufer gewonnen, durch welche von der Carolabrücke her die Albertstraße gelegt ist, an deren Anfang auf beiden Seiten, mit der breiten Front gegen die Elbe, die beiden stattlichen Neubauten der Ministerien sich erheben.

Der Verkehr auf der Elbe erhielt einen bedeutenden Aufschwung durch die Eröffnung der Dampfschiffahrt. Nachdem die Sächsisch-böhmische Dampfschiffahrtsgesellschaft am 6. Juli 1836 die Genehmigung von der Regierung erhalten hatte, wurde am 30. Juli 1837 mit dem ersten Dampfschiffe die erste Übungsfahrt von Dresden nach Meißen unternommen und damit der Dampferverkehr eröffnet. Gegenwärtig besitzt diese Gesellschaft siebenunddreißig Personendampfer, drei Schraubendampfer, einen Schiffsbauplatz in Laubegast und einen Winterhafen in Loschwitz.

Außerdem sind für den Frachtverkehr auf der Elbe tätig: Die Kette, Deutsche Elbschiffahrtsgesellschaft, die ihren Schiffsbauplatz in Übigau besitzt, ferner die Österreichische Nordwest-Dampfschiffahrtsgesellschaft, die Dampfschleppschiffahrtsgesellschaft der vereinigten Elbe- und Saale-Schiffer und die Deutsch-österreichische Dampfschiffahrts-Aktiengesellschaft.

Der Eisenbahnverkehr wurde 1839 durch die Leipzig-Dresdener Eisenbahn eröffnet. Daran schloß sich die schlesische Linie nach Görlitz 1847, die böhmische Linie 1851, die Linie nach Chemnitz 1869 und die nach Berlin 1875 an. So liegt Dresden gegenwärtig im Knotenpunkte der Verkehrslinien, die von Westen nach Osten Deutschland durchschneiden und von Norden nach Süden die Hauptstädte des Deutschen Reiches und Österreichs verbinden. Alle Linien laufen in dem neuen Hauptbahnhof ([Abb. 63]), der an die Stelle des Böhmischen Bahnhofes getreten ist, in der Altstadt zusammen. Die Verbindung der Eisenbahnlinien rechts und links der Elbe erfolgte nach Vollendung des Baues der Marienbrücke, unterhalb der Alten Brücke, 1852, die aber auch zugleich für den Wagenverkehr zwischen Altstadt und Neustadt diente. Diese Verbindung ist 1901 aufgehoben, nachdem eine besondere Eisenbahnbrücke nahe unterhalb der Marienbrücke infolge des wachsenden Verkehrs notwendig wurde. Auch oberhalb der Alten Brücke erheischte die immer größere Ausdehnung der Stadt noch den Bau von zwei steinernen Brücken: der Albertbrücke 1877 und der Carolabrücke 1895. Somit besitzt die Stadt nunmehr vier Brücken, die ihrem Verkehr dienen und eine dem Staat gehörige Eisenbahnbrücke. Dresden ist eine der schönstgelegenen und auch im Inneren schönsten Großstädte des Deutschen Reiches.

Abb. 54. Der Galeriehof des Königl. Schlosses zu Dresden.
Nach einem Stiche von Hammer. (Zu [Seite 52].)


Berühmte Dresdener.