Abb. 60. Weber-Denkmal in Dresden.
Nach einer Aufnahme von Römmler & Jonas in Dresden.
(Zu [Seite 58].)
Später als bei Hasche erscheint dann um 1790 die Form „Sächsische Schweiz“ in dem handschriftlichen Tagebuch der Elise von der Recke und 1794 wird er zum zweiten Male in den „Mahlertschen Wanderungen durch Sachsen“ gedruckt. Der Name hat sich dann bald so eingebürgert, daß er allgemein angenommen wurde. Erst später bei der genaueren wissenschaftlichen Erforschung des Gebietes machte sich das Bedürfnis nach einem geologisch treffenderen Ausdruck geltend, und so wurde die Bezeichnung „Elbsandsteingebirge“ geprägt. Wenn dieser Ausdruck nun auch in wissenschaftlichen Schriften den Vorzug findet, so behauptet sich doch im volkstümlichen Sinne und touristisch der Name „Sächsische Schweiz“.
Abb. 61. Das Japanische Palais in Dresden.
Nach einer Aufnahme von Römmler & Jonas in Dresden. (Zu [Seite 58].)
Charakter der Sächsischen Schweiz.
Das ganze Gebirgsland besteht nun, wie schon aus dem wissenschaftlichen Namen zu ersehen ist, aus Sandstein, der nach der eigentümlichen Art seiner Zerklüftung Quadersandstein genannt wird. Nur an wenigen Stellen ist durch Klüfte und Spalten das plutonische Gestein des Basalts heraufgedrungen und tritt auch hie und da an die Oberfläche, ohne indes die eigentlichen für den Sandstein charakteristischen Formen zu beeinflussen. Die Sächsische Schweiz besitzt keine Bergketten, keine langhingezogenen Höhenrücken wie das Erzgebirge oder das Lausitzer Gebirge, sondern nur einzelne Tafelberge mit senkrechten Felswänden, tiefe, engschluchtige Täler und Talspalten mit und ohne fließendes Wasser; aber die Felsberge sind wieder auf Hochebenen aufgesetzt, und die Täler und Gründe zeigen vielfach deutlich ausgeprägte Talstufen. Dazu hebt sich das Hochland allmählich nach Süden immer mehr ([Abb. 66]) und die Höhen der Berge wachsen in gleicher Richtung, bis dann mit einem Male oder in kurzen Absätzen das Gebirge gegen Böhmen abbricht. Im nördlichen, niedrigeren Teile ist das Gebirge noch vielfach bebaut und sind Dörfer über das Gebiet verstreut, der Süden aber wird auf beiden Seiten der Elbe nur von Wald, vorherrschend Nadelwald, bedeckt. Nur wo der Basalt zu Tage getreten und ein fruchtbarerer Verwitterungsboden entstanden ist, trifft man auch Buchenwald an.
Abb. 62. Die Kreuzschule und das Körner-Denkmal in Dresden.
Nach einer Aufnahme von Römmler & Jonas in Dresden. (Zu [Seite 58].)