Als die Elbe dann über die noch gegenwärtig erhaltenen Ebenheiten hinwegfloß, hat sie dort zuerst eine oft mehrere Meter dicke Schicht von Flußschottern und Sanden abgelagert und diese dann wieder mit fruchtbarem Lehm überdeckt. Daß diese Schotter von der Elbe gebildet sind, wird dadurch erwiesen, daß sie aus denselben Gesteinen zusammengesetzt sind, die noch jetzt im Flußbett abgelagert werden und daß diese reichlich von böhmischen Gesteinen, Basalte und Klingsteine, durchsetzt sind, die nur durch fließendes Wasser herbeigeführt sein können. Derartige Schottermassen liegen 50–150 m über dem jetzigen Elbspiegel, zum Beispiel am Cunnersbache beim Dorfe Cunnersdorf, am oberen Krippenbache (250 m ü. M.), auf der Ebenheit bei dem Dorfe Ostrau auf der sogenannten Ostrauer Scheibe bei Schandau, bei Rathmannsdorf (235 m ü. M.), Weißig (186 m), Waltersdorf und auf beiden Seiten der Elbe bei Pirna, also auf den Ebenheiten von Kopitz und Pirna.
Abb. 66. Ausblick von der Bastei elbaufwärts.
Nach einer Aufnahme von F. & O. Brockmanns Nachf. R. Tamme in Dresden. (Zu [Seite 67].)
Daß nun aber in der auf die Tertiärzeit folgenden quartären Periode, in der Eiszeit, als die von Skandinavien über ganz Norddeutschland südwärts bis an den Fuß der mitteldeutschen Gebirge vorgeschobenen Massenströme von Binnenlandeis auch die nördlichen niedrigen Teile des Sandsteingebirges etwa bis zum Fuße des Liliensteines bedeckten, die Elbe noch über die Ebenheiten floß, geht daraus hervor, daß sich hier nordische Geschiebe mit dem böhmischen Geröll mischen.
Demnach ist das jetzige Elbtal nach der Eiszeit etwa bis zu dem Niveau eingeschnitten, das es noch jetzt innehält. Das Flußtal gehört also in seiner jetzigen Gestalt der jüngsten geologischen Zeit an. Die Lehmlager auf den Hochflächen sind aber die Grundlage für den Ackerbau, für die Ansiedelung der Menschen. Wo der Sand vorherrscht, breiten sich nur die Nadelwälder aus.
Abb. 67. Der Lilienstein.
Nach einer Aufnahme von Römmler & Jonas in Dresden. (Zu [Seite 68].)
Basalte in der Sächsischen Schweiz.
Als ein fremdes Gestein erscheint nun an manchen Stellen, namentlich auf oder an den höchsten Gipfeln, Basalt, der von unten her während der Tertiärzeit in Klüften und Spalten emporgestiegen zu sein scheint. Teils sind von diesem vulkanischen Gestein Gänge ausgefüllt, teils erscheinen sie als die Stiele von früher ausgedehnten Basaltdecken. Manchmal sind sie schon 200 m unter der ehemaligen Oberfläche des Sandsteines erstarrt und erst, nachdem die Sandsteindecke durch Verwitterung abgetragen ist (Denudation), zu Tage getreten. Dann zeigt sich auch sofort eine üppigere Pflanzenwelt.