Abb. 68. Bodenbach und die Schäferwand.
Nach einer Aufnahme von Römmler & Jonas in Dresden. (Zu [Seite 70].)
Die ausgedehnteste Basaltmasse bildet den Gipfel des Rosenberges, 620 m hoch, die als eine 60 m mächtige Decke auf dem Gipfel des Sandsteinberges lagert und in senkrechten Säulen ansteht. Auf dem höchsten Kamme des Großen Winterberges, 551 m hoch, tritt ein 100 m mächtiger Gang von Basalt auf, der durch seinen Buchenwald weithin kenntlich ist. Hier liegen die Basaltsäulen horizontal. Auf dem Großen Zschirnstein ist sein verwandtes Gestein, der Dolerit; hier sind fiskalische Steinbrüche angelegt, um das beste Material für Straßenbeschotterung zu gewinnen. Auch am Gorisch ist ein Basaltbruch angelegt, und ebenfalls ist am Schneeberge an mehreren Stellen Basalt angetroffen. Zwei merkwürdige Basaltkegel stehen in der Nähe oder an der Grenze des Sandsteingebirges: der Basaltberg in Stolpen, auf dem die alte, jetzt in Ruinen liegende, weithin sichtbare Burg thronte; und der Cottaer Spitzberg, der infolge der Steinbrüche schon fast abgetragen ist.
Gliederung des Quadersandsteins.
Im Quadergebirge unterscheidet man nach der Verschiedenartigkeit der Versteinerungen: Unter-, Mittel- und Oberquader. Der untere Quader herrscht im Südwesten, der obere im Nordosten des Gebietes vor. Zwischen dem Mittel- und Oberquader schiebt sich eine Einlagerung von Kalk (Pläner) ein, die für die Quellenbildung von großer Wichtigkeit ist. Wo der Pläner zu Tage ausstreicht, wie vorzugsweise auf der Seite westlich von der Elbe, da ist der Quellenreichtum größer und ermöglicht eher die Besiedelung; wo dagegen, wie östlich von der Elbe, der Pläner zu tief liegt, versickert alles Wasser in die Tiefe und das Land leidet an Wasserarmut. Der Oberquader allein hat mindestens eine Mächtigkeit von 300 m und bildet alle Tafelberge und Steinwände. Wie sehr das Landschaftsbild von der Natur und den Eigentümlichkeiten des Gesteins abhängig ist, das tritt uns nirgends deutlicher vor Augen als in der Sächsischen Schweiz, und das wollen wir nun im folgenden genauer betrachten.
Die Zertrümmerung und Zerstörung der Gesteinsmassen ist in sehr verschiedener Weise erfolgt und vollzieht sich auch jetzt noch und zwar durch das fließende Wasser, also durch die Erosion, ferner durch Zerklüftung, endlich durch die Verwitterungen und Auswitterungen des nackten Gesteins.
VI.
Das Wasser in der Sächsischen Schweiz.
Da das ganze Gebirge eigentlich erst durch die Wirkung des fließenden Wassers entstanden ist, so verdient das Wasser vor allem in seiner mannigfachen Erscheinung und Tätigkeit unsere volle Beachtung. Alles Wasser im ganzen Bereich der Sächsischen Schweiz gehört aber zum Stromgebiet der Elbe. Die Elbe wird also die Hauptarbeit gehabt und auch die bedeutendste Leistung gegenüber dem starren Sandstein aufzuweisen haben; dann folgen die größeren Nebenflüsse, die von rechts und links der Hauptwasserader zufließen und endlich die zum Teil im Boden versickernden und unsichtbar gewordenen Rinnsale und die immerfließenden Quellen.