Doch ist glücklicherweise das Tal der Gottleuba nicht das einzig sehenswerte auf dieser Seite der Elbe gewesen. Das obere Bielatal, namentlich südlich und in der Nähe der herrlich gelegenen Wasserheilanstalt Schweizermühle, ist reich an grotesken Felsbildungen ([Abb. 100]), die in ihren abenteuerlichen Formen leider nur zu leicht die Veranlassung wurden, daß diesen Felstürmen oder Säulen allerhand zum Teil recht abgeschmackte Namen erteilt worden sind. Aber damit sind die romantischen Talbildungen auch erschöpft, denn alle übrigen Täler sind an den Seiten von dichtem Wald bekleidet, aus dem selten noch ein Felsen oder eine Steinwand aufragt; dagegen ist diese Seite des Gebirges reicher an ausgedehntem Hochwald, und Freunde einer stillen Waldespracht durchstreifen gern diese Einsamkeiten, in denen nur selten, wie etwa am Krippenbache, eine einsame Mühle steht, wie die Forstmühle oder die uralte Rölligsmühle, die seit mehr als dreihundert Jahren im Besitz derselben Familie Röllig sich erhalten hat.
Abb. 89. Der Eingang in den Liebethaler Grund. Stich von Ludwig Richter.
Aus „Dreißig An- und Aussichten zu dem Taschenbuch für den Besuch der Sächsischen Schweiz“. (Zu [Seite 85].)
VII.
Klüfte und Verwitterung.
„Der hervorstechende Charakter dieser Berge und der zunächst daranstoßenden Gründe ist Verwüstung und Untergang im großen und kleinen.“
M. Chr. Weiß.
Klüfte und Verwitterungen.
Aus unseren bisherigen Betrachtungen hat sich ergeben, daß zur Bildung der Oberflächengestalt der Sächsischen Schweiz das fließende Wasser, namentlich der Elbe, sehr viel beigetragen hat und daß auch ihre Nebenflüsse mitgewirkt haben, daß aber der Betrag ihrer Leistungen mit der geringeren Wassermenge, über die sie verfügen, abnimmt. Die Erosionsarbeit an den Nebenflüssen ist größer als bei deren Zuflüssen.
Abb. 90. Schloß Lohmen.
Nach eigener Aufnahme der Verlagshandlung. (Zu [Seite 86].)