Abb. 123. Der Pfaffenstein. Gesamtansicht von Südwesten gesehen.
Liebhaberaufnahme von Hofgoldschmied P. Eckert in Dresden. (Zu [Seite 118].)

Die Volksdichte.

Die Volksdichte, die im Elbtalkessel, nach Schätzung, unterhalb Dresdens 1000 Menschen auf einem Quadratkilometer beträgt, und oberhalb Dresdens immer noch 750 Einwohner zeigt, sinkt in der Sächsischen Schweiz auf 120, und steigt im böhmischen Sandsteingebirge wieder auf 200 Einwohner. Die mittlere Dichte im Deutschen Reiche beträgt 104, so daß also selbst in der Sächsischen Schweiz die Ziffer noch höher steht. Ausschlaggebend mag dafür gewesen sein, daß die am Rande des Sandsteins gelegenen Städte Sebnitz, Pirna und Berggießhübel mit einbezogen sind. Wenn auf der böhmischen Seite, wo ebenfalls die Randstädte Bodenbach-Tetschen, Kamnitz und Kreibitz in der Rechnung mit aufgenommen sind, die Volksdichte noch ansehnlich höher steht als in Sachsen, so liegt der Grund vor allem in der stärkeren Industrie auf böhmischer Seite. Die Zahl 200 ist eine zuverlässig genaue, da in dem statistischen österreichischen Werke glücklicherweise die Bodenfläche jeder Gemeinde ganz genau angegeben ist, was leider bei dem sächsischen Ortsverzeichnisse noch vermißt wird. Überdies muß für die Gegenwart die Zahl von 200 Einwohnern auf einem Quadratkilometer schon als nicht mehr zutreffend bezeichnet werden, da sie sich auf die Zählung von 1890 bezieht. Die Ergebnisse der neuesten Volkszählung von 1900 sind in dieser Beziehung noch nicht veröffentlicht.

Der Verkehr auf der Elbe.

Die von Natur gebotenen Beschäftigungen sind Ackerbau und Viehzucht, Waldwirtschaft und die damit zusammenhängenden Gewerbe der Holzflößerei, Sägewerke und Holzhandel, endlich das Steinbrechergewerbe. Ackerbau ([Abb. 133]) beschäftigt die Bewohner der Ebenheiten, die Elbanwohner besitzen mit sehr wenigen Ausnahmen bei Prossen und Rathen kein Ackerland auf dem Talboden; sie sind namentlich auf den Elbverkehr, Flößerei, Schiffahrt angewiesen. Außerdem verdient noch die blühende Industrie in künstlichen Blumen erwähnt zu werden. Das ganze Verkehrsleben zieht sich aber nach der Elbe hin. Wir wenden daher unsere Aufmerksamkeit zuerst der Elbe, der Pulsader des Gebirges, zu. Die Elbe hat von Tetschen bis Meißen eine Länge von 93 km. Das Gefälle des Flusses ist, wie früher schon erwähnt ist, sehr gering, die Schiffahrt dadurch also nirgends gehemmt. Durch Uferdämme ist die Tiefe des Fahrwassers auf durchschnittlich 1¾ m erhöht, und es hat sich daher ein sehr lebhafter Verkehr, namentlich stromabwärts, entwickelt, der besonders Braunkohlen, Obst und Holz aus Böhmen, und Bausteine aus der Sächsischen Schweiz abwärts führt. Dieser Verkehr erleidet auch durch die in neuerer Zeit zahlreich gebauten Brücken kein Hemmnis. Schwierigkeiten und Gefahren bereitet eigentlich nur die Alte oder Augustusbrücke in Dresden. Aus dem Mittelalter stammen überhaupt nur zwei Brücken, die genannte Augustusbrücke und die Meißener Brücke, beide in der nächsten Nähe fürstlicher Residenzen angelegt. Erst in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts traten die Eisenbahnbrücken bei Mittelgrund, Schandau, Dresden, Niederwartha und Meißen hinzu, außerdem die steinernen Brücken bei Pirna, die Albert-, Carola- und Marienbrücke in Dresden.

Abb. 124. Stadt und Festung Königstein.
Nach einem Aquarell von Adrian Zingg. (Zu [Seite 121].)

Abb. 125. Die Schrammsteine.
Nach einer Aufnahme von Römmler & Jonas in Dresden. (Zu [Seite 122].)

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