Wir haben getrieben, wir haben gejagt
Durch Hamburg, durch die große Stadt,
Durch Magdeburg über die Brücke.
Gott gebe Euch Gelücke!
An den Todbaum werden die erhaltenen Geschenke gehängt. In Rathmannsdorf bei Schandau hat sich noch ein letzter Rest dieses alten Brauches insofern erhalten, als zu Ostern mit bunten Papierstreifen, Eierschalen u. s. w. aufgeputzte Birken als Osterbäume vor den Häusern aufgestellt werden. Doch ist ein Umzug oder ein Gesang nicht mehr damit verbunden.
Geographische Erinnerungen an die Ersäufung der Todpuppe finden sich in mehreren Benennungen, z. B. der Todhübel bei Ostrau, ein Waldsteig bei Kleinhennersdorf heißt der Todweg, ebenso der Todweg nördlich von Cunnersdorf.
Lobedanz.
Dieser Brauch des Todaustreibens war im Gebirge wohl am originellsten ausgebildet. Die anderen sogenannten Feste haben dergleichen Eigenarten nicht aufzuweisen. Nur ein ursprünglich wohl lokal ganz beschränktes Fest mag noch etwas näher betrachtet werden. Daß es schon aus recht alter Zeit stammt, mag wohl schon der seltsame, in seiner jetzigen Gestalt unverständlich gewordene Name „Lobedanz“ beweisen. Allerdings wird auf diesem Feste, wie ursprünglich wohl bei allen, auch getanzt; aber daraufhin darf man das Wort „danz“ nicht deuten. Vielmehr soll es Lob- und Dankfest heißen und ist ein kirchliches Fest, das 14 Tage nach Pfingsten — nach unsicherer Vermutung und Überlieferung — wohl entstanden ist, als die Orte Schöna und Reinhardsdorf von einer schweren Pest heimgesucht und dann davon befreit wurden oder überhaupt verschont geblieben waren. Nach der kirchlichen Feier folgt am Abend ein freier Tanz und dabei, jedenfalls mit besonderer Beziehung zu der Veranlassung des Festes, der „Blumentanz“. Blumen und Laubschmuck bleiben aber zur Erinnerung noch erhalten, bis vier Wochen darauf der „Rascheltanz“ damit aufräumt.
Mundart in der Sächsischen Schweiz.
Die in der Sächsischen Schweiz vom Volk gesprochene Mundart ist die obersächsische. Diese Mundart herrscht im größten Teile des nordwestlichen Sachsen und noch in die Provinz Sachsen hinein; ihre Südgrenze findet sich am höheren Erzgebirge, im Osten endigt sie an der Lausitzer Grenze. Der besondere Zweig dieser Mundart, der namentlich im Elbtal und in dem Sandsteingebirge verbreitet wird, ist die meißnische Mundart. Im Erzgebirge und im Lausitzer Gebirge haben sich besondere Mundarten entwickelt, in der Sächsischen Schweiz nicht. Trotzdem findet ein geübtes Ohr bald den Unterschied in der Sprache eines Talbewohners unterhalb Dresdens und eines Gebirgsbewohners aus den Dörfern oberhalb Königsteins heraus.