[77] Der von Regiomontan erfundene Jakobsstab oder Kreuzstab bestand aus einem längeren graduirten Ellenstabe mit verschiebbarem kürzerem Querholz. Das Ende des Ellenstabes brachte man beim Visiren möglichst nahe vors Auge und schob dann das Querholz so weit, bis das eine, untere Ende den Horizont, das obere den Stern, dessen Höhe man messen wollte, berührte. In ähnlicher Weise konnte man auch den Abstand eines Sternes vom Monde messen. Wollte man Sonnenhöhen messen, so brachte man farbige Gläser an dem Querholze an, um das Auge zu schützen. Dieses Instrument bürgerte sich bald bei allen seefahrenden Nationen ein und hieß bei den Portugiesen balestilha, bei den Spaniern baculo de Santiago (Jakobsstab), bei den Engländern cross-staff, bei den Holländern graedboog. Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts war er noch allgemein in Gebrauch.

[78] Auf unseren Karten gewöhnlich C. Montserrado.

[79] In der neuesten Zeit hat die portugiesische Regierung die Pfeiler wieder aufsuchen und ihre Stätte fixiren lassen.

[80] Die Karten Juans de la Cosa (1500) und S. Cabots (ca. 1525) verlegen die Manga das Areas, den äußersten Punkt der Fahrt, nördl. v. C. Negro.

[81] Die Astrolabien dienten bereits bei den Griechen des Alterthums und bei den Arabern des Mittelalters zur Messung der Sternhöhen, d. h. des Winkels vom Horizont bis zur momentanen Stellung des Gestirnes (der Sonne, des Mondes). Einer unter den arabischen Astronomen, Ali ben Isa (um 833), erhielt sogar den Beinamen al astralabi, der Astrolabienmacher, weil seine Instrumente besonders geschätzt und über das ganze mohammedan. Reich verbreitet waren. Die europäischen Gelehrten entlehnten bereits seit dem 11. Jahrhundert das Instrument von den Arabern. Dasselbe bestand in seiner einfachen Form aus einem großen Kreisbogen von Holz, in dessen Mitte um einen Zapfen sich ein Winkelzeiger (arab. Alidad) drehte, welcher an beiden Enden mit feinen Visirlöchern versehen war. Wenn das Instrument aufgehängt war, zeigte der eine Durchmesser des Kreises die horizontale Linie an, während der andere Durchmesser die verticale Richtung erhielt. Da der Holzkreis in Grade abgetheilt war, ließ sich durch die genaue Richtung des Alidad auf den Stern der Höhenwinkel auf dem graduirten Kreise ablesen. Regiomontan ließ in seiner Werkstatt in Nürnberg diese Instrumente verbessern und aus Metall herstellen und wahrscheinlich machte Martin Behaim die Portugiesen mit denselben bekannt. Gewiß ist, daß alle großen Seefahrer: Columbus, Gama, Magalhães sich der von den Deutschen verbesserten Instrumente bedienten.

[82] Gaspar Correa, Lendas da India. I, 5 (Lisboa 1858) nennt ihn Gonçalo de Pavia und bezeichnet ihn als eingeborenen Canarier.

[83] geboren um 1469 in Sines.

[84] Henry E. J. Stanley, The three voyages of Vasco da Gama and his Viceroyalty. From the Lendas da India of Gaspar Correa. London (Hakluyt Soc. MDCCCLXIX. p. VI.) Bei der folgenden Darstellung ist dieses Werk vielfach benutzt.

[85] Osorio gibt an, die Helenabai und der Jacobusfluß seien nach dem Heiligentag benannt, St. Helena fällt auf den 18. August, Jacobus noch früher. Wenn nach Barros die ganze Fahrt bis dahin etwa 5 Monate gedauert, dann fällt die Ausfahrt auf die von Correa angegebene Zeit, in den März. Die Landung im August stimmt auch mit den Angaben der Winterzeit und den kurzen, dunklen Tagen. Die Dublirung des Caps müßte danach vor dem 20. Nov. (Castanheda) oder 22. Nov. (Barros) fallen.

[86] Barros gibt irrthümlich den 7. April an, vgl. H. E. J. Stanley, Vasco da Gama. p. 111. Note 1.