[173] Nach der falschen Erklärung Marco Polos. Vgl. oben [S. 65].

[174] Kritische Untersuchungen I, 205 ff.

[175] Zeitalter der Entdeckungen. 2. Aufl. S. 101 ff. Peschel rechnete folgendermaßen. Da 60 oder 62½ Milliarien 1 Aequatorialgrad betragen, so nahm Toscanelli für die Breite von Lissabon rund 50 Millien an. Folglich ist ein Spatium von 250 Millien = 5 Meridiangrade. Allein diese Rechnung ist zu unsicher. Denn nehmen wir die Lage Lissabon, nach den alfonsinischen Tafeln von 1483 zu 41° n. Br. an, so beträgt der Abstand von einem Meridian zum andern 45⅓ resp. 48⅓ Millien, je nachdem man 60 oder 62½ Millien einsetzt. Ein Spatium von 5 Graden würde demnach entweder 226⅔ oder 241⅔ Millien ausmachen. Da aber Toscanelli keinesweges behauptet, daß unter der Breite von Lissabon ein Spatium = 250 Mill. sei, sondern nur sagt, daß das Kartenblatt von Lissabon bis Quinsey in 26 Spatien eingetheilt sei, davon jedes auf 250 Mill. zu berechnen sei, so kann er ebensogut den Aequatorialwerth des Spatiums eingesetzt haben, ohne sich auf eine genaue Berechnung der Werthe für bestimmte geographische Breiten einzulassen. Nun begegnen wir um die Wende des 15. und im Anfange des 16. Jahrhunderts noch mehrfachen Schwankungen in den Angaben des Erdumfanges. Man hielt zwar an der Autorität des Ptolemäus fest, welche 180,000 Stadien für die Länge des Aequators angibt; allein die Bestimmung der Länge des Stadiums wurde verschieden versucht, bald nahm man 8, bald 8⅓ Stadien für eine römische oder italienische Millie. Neben der verbreiteten Angabe von 21,600 ital. Milliarien für die Länge des Aequators finden wir mehrfach auch die etwas größere Ziffer 22,500 röm. Mill. (G. Reisch, Margarita, lib. VII, tract. I. cp. 44 und P. de Mexia, Silva de varia leccion, pars III. cp. XVIII, p. 118. verso). Nach dieser Annahme ist ein Spatium von 250 Mill. genau 4 Grad. Nach der Ansicht Toscanelli’s betrug also der Abstand von Europa nach Asien 26 Spatien zu 4 Grad, d. h. 104 Grad. Es ist, fügt er in seinem Briefe hinzu, ungefähr ein Drittel des Erdumfangs, und gleichsam um dieses Maß noch etwas abzumindern, setzt er zum Schluß die Bemerkung, daß der Weg durch das unbekannte Meer nicht gar zu groß sei, so daß man daraus abnehmen darf, daß er den Weg eher geringer als ⅓ des Umfangs der Erde schätzt. Wenn Toscanelli ferner angibt, daß der Abstand von Antilia nach Zipangu 10 Spatien betrage, also nach unserer Rechnung 40 Grade, so stimmt das mit dem Globus Behaims sehr gut überein. Wie überhaupt die ganze Darstellung Ostasiens und der davor gelagerten Inseln auf dem Globus gewiß den Anschauungen Toscanelli’s entlehnt ist, denn Behaim konnte bei seiner einflußreichen Stellung in Portugal sicher Gelegenheit gefunden haben, die Karte Toscanelli’s und sein Project genau zu prüfen, und adoptirte dessen Darstellung. Auch noch eine andere Karte, welche sich in der römischen Ausgabe des Ptolemäus von 1508 befindet und von Ruysch entworfen ist, zeigt die nämliche Configuration Ostasiens und der Inseln, so daß beide Darstellungen unzweifelhaft auf Toscanelli zurückzuführen sind. Daß man auf der Behaim’schen Karte die Route des Columbus und dessen Ideen über die Localitäten, zu denen er gekommen zu sein meinte, recht gut verfolgen kann, werden wir später zeigen.

[176] Dec. I. liv. III. cp. XI. Anders und weitaus günstiger stellt Muñoz (Geschichte der neuen Welt, II, 19) die Auffassung des Königs dar. Er habe, gegenüber dem abfälligen Bescheid der Commission, die Gründe des Columbus leidenschaftslos gewürdigt und würde einen Vertrag mit demselben abgeschlossen haben, wenn dieser nicht so übermäßig hohe, in Portugal ganz unerhörte Forderungen, ähnlich wie später in Spanien, gestellt hätte. Und nur hieran sei die Ausführung gescheitert. Man muß in der That die Kühnheit und Festigkeit des Genuesen bewundern, der obwohl arm und mittellos, doch nur um den höchsten Preis sich zu der Ausführung eines Unternehmens erbot, von dessen Gelingen er in innerster Seele überzeugt war. Der König Johann von Portugal war nach den bisher bei den Entdeckungsfahrten befolgten Grundsätzen nicht in der Lage, vollends einem Fremdlinge gegenüber, solche Forderungen zu befriedigen, und mußte die Verhandlung abbrechen, so daß dem Urheber des Planes jede Aussicht auf Erfolg benommen wurde. Daß der König Johann von Columbus eine günstige Meinung behielt, scheint daraus hervorzugehen, daß er denselben in einem Briefe vom 20. März 1488 noch mit der Bezeichnung: noso especial amigo beehrte. Navarrete II, No. III. Carta del Rey de Portugal à Cristóbal Colon.

[177] Paesi novamente ritrovate. Vicenza 1507.

[178] R. H. Major, Select. Lettres of Columbus. Introd. p. lxxxix, vermuthet, daß der Kopf des Christopherus auf der Karte Juan de la Cosas von 1500 ein Porträt des Columbus sei (siehe die Kartenbeilage).

[179] Vnbekanthe landte vnd ein Newe weldt in kurtz verganger zeythe erfunden. o. O. u. J.

[180] Navarrete II, No. XIV. Carta del Duque de Medinaceli al Gran Cardenal de España.

[181] Navarrete II, No. II. Relacion de varias cantidades de maravedis, dadas de orden de los Señores Reyes à Cristóbal Colon.

[182] Navarrete II, 289. 2. edit.