Von solchen Hilfsmitteln unterstützt, konnte man die von den Schiffern befahrenen Küstensäume immer bestimmter zeichnen, daß sie ein der Wahrheit sich annäherndes Bild boten, während man für die noch nicht wieder erreichten Küsten Asiens vorläufig das von Ptolemäus überlieferte Gemälde Südasiens beibehielt und erst bei fortschreitender Erforschung behutsam abänderte. Die Karten jener Epoche bieten darum die interessante Verschmelzung neuer wissenschaftlicher Bestimmungen mit der Erbschaft aus classischer Zeit.
Indien trat immer entschiedener als Ziel aller nautischen Unternehmungen hervor und was in den letzten Jahren des Prinzen noch ziemlich unklar den Wünschen vorgeschwebt hatte, ward immer bestimmter ins Auge gefaßt.
Da die Erde als eine Kugel angesehen wurde, auf deren Oberfläche allerdings das Verhältniß zwischen der Größe der Wasserbedeckung und der der auftauchenden Landmassen noch verschieden beurtheilt wurde, und da jedenfalls das Weltmeer sich nach verschiedenen Richtungen ausdehnte und im Zusammenhange stand, so mußten auch allmählich Projecte auftauchen, über diesen einen Ocean nach verschiedenen Richtungen den Weg einzuschlagen, um Indien zu erreichen.
Am einfachsten erschien das portugiesische Project, den altherkömmlichen Randocean, der die Feste der alten Welt umflutete, als Fahrbahn zu wählen und so gleichsam, wie es die Sicherheit mittelalterlicher Schifffahrt vorschrieb, in einer großen Küstenfahrt um Afrika herum zu dem gesegneten Osten zu gelangen. Eine Seefahrt quer über ein weites unbegrenztes Weltmeer blieb hierbei außerhalb des Planes.
Da der wichtigste Abschnitt der Geschichte der großen Entdeckungen die Versuche umfaßt, welche die europäischen See-Nationen in directe Verbindung mit den Gewürzländern und China setzen sollten, so werden wir zur Erleichterung der Uebersicht die einzelnen Richtungen der Fahrten im Zusammenhange darstellen und beginnen mit den Unternehmungen der Portugiesen, welche zuerst auf dem Schauplatze erschienen waren, und zuerst nach Indien gelangten.