ZEDEKIA:
Nichts will ich mehr hören, du Narr, du böser Narr Gottes ...
JEREMIAS:
Stoße es nur fort mein Wort mit dem Fuße, du Taumelnder, nicht kannst du zertreten ein Gotteswort. Spei es aus, du Trunkener, aber wisse es bis in deine Eingeweide: nahe ist die Stunde, Zedekia, da du schreien wirst nach meinem Troste, wie die Gebärerin schreit! Doch dann wird kein Rat mehr sein, denn wer weiß Rat wider den Tod und hat ein Retten vor Gottes Gericht. Gedenke der Mauer hier, gedenke der Stunde! Rechtzeit habe ich dich gewarnt, aber ein Prellbock starret dein Herz und von Eisen deine Stirne, und wie ich dir darob fluche aus dieser Stunde, werden fluchen Geschlechter und Geschlechter deinem Namen. In deine Hände war Zion gegeben, und du ließest es fallen, dir war es vertraut, und du hast es verschleudert! Mögest du darum vergessen werden von Gottes Gnade, wie du vergaßest Jerusalem! Fluch über dich, du Vollstrecker Babels, du Würger Zions, du Mörder, du Mörder von Israel!
ABIMELECH:
Die Mauer hinab! Zerbrecht ihm den Nacken!
DIE ANDERN:
Er hat den König gelästert ... sperrt ihm das Schandmaul ... die Mauer hinab ... nicht fürchte des Rasenden Wort ... Schaum steht um seine Lippe ... ein Kranker ist er ... hinab mit ihm.
(DIE BEGLEITER des Königs dringen gewaltsam auf Jeremias ein.)
ZEDEKIA (der wie vor unsichtbarem Anprall zurückgefahren ist, die Hand am Herzen, sich wieder ermannend):