Ablaßt von ihm! Meint ihr, eines Narren Fluch machte mich blassen, ein frech Wort knickte schon meine Kraft? (Nach einer Pause): Aber dies sehe ich: wahr ist, was sie sagten im Volke: gefährlich ist dieses Menschen Wort. Wie ein Sturmbock stößt er wider die Herzen. Es geht nicht an, daß solch ein Gottesleugner länger frei rede im Volke und seine Angst auf die Krieger falle.

ABIMELECH:

Töten muß man ihn. Wer nicht Gott vertraut, ist unwert des Lebens.

STIMMEN:

Man steinige ihn ... ein Söldling ist er ... er will die Stadt den Chaldäern preisgeben ... laß ihn töten ... er betet um unser Verderben ...

ZEDEKIA:

Soll ich töten den, der mich schmähte, daß man meine, ich fürchte sein Wort? Nicht so! Tritt her, Jeremias! Wind ist mir dein Wort, doch noch einmal frage ich dich um deinetwillen: Sagt dir untrüglich dein Herz, daß Tod sei über Zion und allen in Zions Mauern? Ich frage dich! Antworte mir frei!

JEREMIAS:

Tod steht über Jerusalem, Tod über uns allen. Nur Ergebung kann uns erretten.

ZEDEKIA: