Vanina erwiderte:
»Ich hoffe, ein so kluger Grandseigneur wird mein Geheimnis wahren, besonders vor Ihrem Neffen Livio. Um Sie darauf zu verpflichten, verehrter Onkel, und wenn Sie dem Schützling meiner Freundin das Leben retten wollen, sollen Sie einen Kuß von mir bekommen.«
In diesem halb scherzhaften Tone, mit dem die vornehmen Römerinnen die wichtigsten Angelegenheiten zu behandeln verstehen, führte Vanina die Unterhaltung fort. Dadurch wurde aus der Pistolenszene schließlich eine Art Besuch, den die künftige Principessa Savelli ihrem Onkel, dem Stadtkommandanten von Rom, machte.
Wenn Monsignore Catanzara auch den Gedanken, man könne ihn durch Furcht einschüchtern, stolz von sich wies, so war er doch bald so weit umgestimmt, daß er seiner Nichte genau darlegte, welche großen Schwierigkeiten es mit sich brachte, dem Karbonaro das Leben zu erhalten. Schließlich aber versprach er ihr beinahe Missirillis Rettung.
»Unser Geschäft ist gemacht!« frohlockte Vanina. »Zur Besiegelung haben Sie hier Ihren Lohn!«
Sie fiel ihm um den Hals, und Monsignore nahm seinen Lohn entgegen.
»Meine liebe Vanina,« sagte er, »Sie müssen wissen, daß ich kein Freund vom Blutvergießen bin. Außerdem bin ich noch jung, wenngleich ich Ihnen wohl recht alt erscheine. Ich kann sehr wohl noch die Zeit erleben, wo das heute vergossene Blut auf mein Haupt kommt.«
Es schlug zwei Uhr, als Monsignore Catanzara die schöne Vanina nach dem Gartenpförtchen seines Palastes geleitete.
Zwei Tage darauf erschien er vor dem Papst, ein wenig über sein Anliegen verlegen.
Seine Heiligkeit empfing ihn mit den Worten: