Links in der südlichen Ecke dieser Halle führt eine Thür in die aus zwei Sälen und zwei Zimmern bestehende Bibliothek, die über 40.000 Bände umfaßt, darunter 500 Handschriften aus dem 10., 11., 12., 13. und 14. Jahrhundert, dann viele Incunabeln und seltene Bibelausgaben. Der große Saal mit Fresken von Rothmayr wurde 1701 vom Abt Marian I. († 1701) erbaut; der zweite Saal, der Gartensaal mit Stuckarbeit und Fresken, wurde in der jetzigen Gestalt vom Abt Xaver (1824-1841) eingerichtet.

Schatzkammer.

Die Schatzkammer ist ein schmuckloser Raum, nur die alten Paramentenkästen tragen reiches Schnitzwerk.

  1. Ornate: Davon wären hervorzuheben:
    1. eine rothe Casel unter Abt Michael II. 1641 erworben;
    2. ein rother Ornat aus der Zeit des Abtes Gerhard (1705-1728),
    3. ein weißes goldgesticktes Meßkleid, selbsteigene Arbeit der Kaiserin Maria Theresia; im Kelchtuch Vexirbilder.
  2. Kelche und Ciborien. Unter den Kelchen sind bemerkenswerth:
    1. ein großer goldener Kelch vom Abt Clemens angeschafft, Augsburger Arbeit aus dem Jahre 1679;
    2. ein niedriger silberner, reich vergoldeter Kelch aus dem 17. Jahrhundert;
    3. ein spätgothischer Ciboriumdeckel aus dem 15. Jahrhundert;
    4. ein Barockciborium;
  3. Mehrere Monstranzen.
  4. Infeln und vier Hirtenstäbe:
    1. silberner Krummstab vom Abt Gerhard;
    2. gothisches Pastorale 1866;
    3. silberner Krummstab aus dem Stifte St. Gotthard;
    4. schönes Pastorale von einem Verehrer des gegenwärtigen Abtes, zu dessen Profeß-Jubiläums 1893, gespendet.
  5. Reliquiare:
    1. eine Reliquie des heiligen Leopold, die Fassung 1756;
    2. eine kleine Kreuzpartikel in schöner mit Steinen besetzter Kreuzfassung;
    3. ein Versehkreuz aus Bergkrystall, ebenfalls mit einer kleinen Kreuzpartikel;
    4. ein Dorn aus der Dornenkrone Christi;
    5. Reliquien des heiligen Gregorius Magnus;
    6. die große silberne Kreuzpartikelfassung, eine werthvolle getriebene Arbeit aus dem Jahre 1749.
  6. Kirchengeräthe. Romanische Leuchter aus dem 12. Jahrhundert, silberne Meßkännchen, silberbeschlagenes Missale, ein von der Kaiserin Maria Theresia gestickter Baldachin u.s.w.
  7. Kreuze, darunter ein bleiernes Crucifix, ein Werk Raphael Donner's.
  8. Raritäten:
    1. Elfenbeinbuchdeckel aus dem 9. Jahrhundert; den heiligen Gregor darstellend;
    2. byzantinische Madonna aus Serpentin, 11. Jahrhundert;
    3. ein Bild aus Bernstein, Korallen und Elfenbein zusammengesetzt;
    4. ein Altar aus Achit, korinthischem Marmor und Lazurstein u.s.w.

Sommerchor.

Vom oberen Dormitorium gelangt man durch das Winterchor auf das große Musikchor. Dort hinter der großen Orgel sind die kunstvoll geschnitzten Chorstühle aufgestellt zum Theil von Giulliani — die Kniebänke älter. Die Holzreliefs enthalten das Leben Jesu, die Figuren sind aus allen Ständen genommen, als: Krieger, Mönche, Dichter, Künstler, Fürsten, Priester, Bischöfe, Cardinäle, Könige und Päpste.

Orgel.

Die große Orgel mit zwei Manualen, 62 Register und 53 klingende Stimmen, dann 2376 Pfeifen wurde 1802 von Ignaz Kober in Wien gebaut. Von besonderer Schönheit sind die zarten Register, wie: Gamba, Calicional, Flöte u.s.w. Mächtig klingt das Vollwerk, besonders die Bässe, darunter zwei Register 32 Fuß.

Sacristei.

Vom oberen Dormitorium führt eine Stiege zur Sacristei hinab, die vom Abt Clemens 1667 erbaut, und mit Fresken ausgeschmückt ist. Die feine Stuckarbeit übertrifft an Schönheit der Zeichnung alle anderen Räume dieses Styles im Stifte.