„Was, liebe Großmama, du hast dich so früh schon aufgemacht?“

„Ja, liebes Bräutchen, ich hatte ein paar Besorgungen zu machen und wollte mich hier ein Weilchen ausruhen. Du brauchst Mama nicht zu rufen, ich weiß, wieviel sie zu tun hat. Wo sind die jungen Leute?“

„Ludwig und Agnes sind spazieren gegangen. Natürlich, wenn die mal auskneifen können, tun sie's mehr wie gern. Hans war eben hier, jetzt ist er mit Papa hinten im Garten.“

„So will ich ihn aufsuchen, ich muß ihm etwas sagen. Nein, liebes Kind, nicht neugierig sein. Du weißt, in den Hochzeitstagen hat die Familie eine Menge Geheimnisse, von denen das Brautpaar nichts wissen darf.“

„O, ich bin nicht neugierig,“ erwiderte Maud und setzte sich ruhig wieder neben John, der ihr aus einer englischen Zeitung vorlas, während sie mit einer Handarbeit beschäftigt war.

Hans kam gerade um die Ecke und zeigte sich sehr erfreut, Ilse zu sehen.

„Schon so früh hier, gnädige Frau? Ich will Frau Müller rufen.“

„Nein,“ versetzte die alte Dame, „das ist nicht nötig. Eigentlich kam ich zu Ihnen, Reicher, denn ich erwartete Sie hier zu finden.“

„Zu mir, gnädige Frau? Kann ich etwas für Sie tun?“

„Ja,“ sagte Ilse. „Wollen Sie mich nach Hause begleiten?“