„War's euch nicht angst, so ganz allein in der großen fremden Stadt?“ fragte Irma neugierig.
„Ganz allein?“ rief Karl lachend; „wir waren doch zu dritt.“
„Ja, aber ihr seid doch so jung und wart fremd und hattet keine Bekannten, die euch herumführen und euch alles zeigen konnten.“
Maud lachte. „Wir kannten niemand; Tante Ruth hat, glaube ich, an einige Familien geschrieben, sich unserer anzunehmen. Aber wir fanden es so umständlich, erst Besuche zu machen, das nahm uns Zeit, und es gab doch so viel zu sehen.“
„Das ist schade,“ meinte Ilse. „Ohne Begleitung konntet ihr doch nicht in die Theater gehen, und dadurch habt ihr viel verloren.“
„Ich verstehe dich nicht, Großmama, wir sind in verschiedenen Theatern gewesen.“
„Allein?“
„Wir drei und manchmal wir beide, wenn es für Karl zu spät wurde.“
„Ihr beiden jungen Mädchen allein, des Abends, im Pariser Theater,“ sagte Ilse erstaunt, „wußten eure Eltern das?“
„Natürlich, Großmama. Wir gehen immer allein aus, überall hin. Alle amerikanischen Mädchen tun das, und niemand findet etwas darin.“