„Aber was hat das alles mit unsrem Fest zu schaffen, Großmama?“

„Wartet nur. Flora Werner schrieb mir, daß ihre beiden Großsöhne mit der Schwester einen Ausflug in unsere Gegend machen würden, und sie fragt an, ob unser Haus ihnen für einige Tage offen stünde. Da dachte ich, wenn ihr die beiden jungen Leute aufnehmen wolltet, Marianne, und das Mädchen bei uns wohnte, dann würden sie unser Fest verherrlichen können.“

„Das ist eine gute Idee, Mama,“ meinte Marianne. Ihr Mann fing sofort an, Irma und Agnes zu necken mit der wundervollen Aussicht, einen Leutnant in ihrer Gesellschaft zu haben.

„Paßt nur auf,“ spottete Onkel Heinz, „was geschieht, wenn er einer von euch besonders den Hof macht! Dann kratzt ihr euch gegenseitig die Augen aus.“

Natürlich hatten die beiden Herren für ihre Neckereien zu büßen und mußten klein beigeben. Nachdem wieder Ruhe eingetreten war, fuhr Großmutter Ilse fort:

„Ich würde es nun sehr nett finden, eine Landpartie zu unternehmen. Wenn wir z. B. nach dem Wasserfall führen und dort im Wirtshaus speisten. Wir könnten morgens früh abfahren, nach der Abtei gehen und spät abend heimkehren. Ich bin seit Jahren nicht dort gewesen, und die Aussicht, einen ganzen Tag in der wildromantischen Natur zu verleben, lockt mich sehr.“

„Ja, ja, Frau Ilse, Sie haben solch abenteuerliche Touren immer geliebt,“ scherzte der Professor. „Ich erinnere mich noch, daß Sie uns mal im Mondenschein auf den Schneekopf schleppten.“

„Das war in der guten alten Zeit,“ entgegnete sie gedankenvoll, „es war herrlich damals mit Leo und meiner lieben Nellie.“

Irma, Agnes und der kleine Karl waren in Jubel ausgebrochen über diesen köstlichen Plan. Auch Gustav und Maud fanden die Idee sehr hübsch, wenn sie auch ihren Beifall weniger lebhaft äußerten.

„Wir müssen in geschmückten Wagen fahren, Großmama,“ schlug Irma vor, „lauter Landauer zu vier Personen.“