„Aber sie würde darauf bestehen, daß ich meinen Eltern Mitteilung davon mache.“

„Natürlich, warum willst du das denn nicht?“

„Das ist es ja gerade, Irma. Sie würden ihre Zustimmung nicht geben und sich auf jede mögliche Weise bemühen, uns zu trennen.“

Stolz hob Irma ihr reizendes Köpfchen und schaute ihn herausfordernd an.

„Aus welchem Grunde? Bin ich ihnen nicht gut genug?“

„Irma!“ rief er leidenschaftlich. „Du bist das schönste, das entzückendste Wesen von der Welt. Und für mich wirst du das ewig bleiben. Aber ich wünschte, ich wäre an Stelle des Barons von Hochstein ein armer Teufel, zu dem du dich herablassen müßtest.“

Sie schaute ihn fragend und tief errötend an.

„Meine Eltern sind sehr stolz,“ fuhr er fort. „Unser Stammbaum reicht zurück bis in die Zeit vor den Kreuzzügen. Die Glieder meiner Familie haben sich immer nur mit dem allerältesten Adel verbunden; der Schlag würde meine Eltern vor Schreck rühren, wenn sie erführen, daß ich mich mit einem Mädchen verloben will, das nicht zum Hochadel gehört. Sie haben mir bereits eine steinreiche Erbtochter aus einem Geschlechte bestimmt, das eben so vornehm ist wie das unsere.“

„Und du?“ fragte Irma atemlos.

„O, ich geb' auf das alles nichts und werde das häßliche Freifräulein von Staufenberg nie heiraten, das verspreche ich dir.“