Die Andere forschte nicht weiter. „Komm mit zu mir,“ bat sie. „Die Eltern und Maud sind ausgegangen. Auf unsrem Zimmer kannst du dich erholen.“

Irma folgte willig. Als sie in dem gemütlichen, hellen Mädchenstübchen saßen, küßte Agnes ihre Cousine und fragte noch einmal teilnehmend:

„Kannst du mir wirklich nicht sagen, was dir fehlt, Liebling?“

„Ich kann nicht, ich darf nicht.“

Agnes schwieg.

„Gelobst du mir bei allem, was dir heilig ist, keinem Menschen ein Sterbenswörtchen zu sagen?“ flüsterte Irma.

„Das versteht sich wohl von selbst, ich bin doch deine Freundin.“

„Auch Ludwig nicht?“

Agnes zögerte. „Ist's etwas, was mich gar nichts angeht, Irma?“

„O gewiß, es geht einzig und allein mich an.“