Der Kaiser und der ganze Hof waren bei der Ankunft der Geschenke zugegen; aber die Prinzessin war dumm, sie glaubte, es seien eine künstliche Rose und Nachtigall, und als sie sah, daß es natürliche waren, fand sie nichts Besonderes daran; sie zertrat die Rose und ließ die Nachtigall fliegen und wollte nicht gestatten, daß der Prinz käme.

Dieser ließ sich jedoch nicht einschüchtern. Er bemalte sich das Antlitz schwärzlich, zog die Mütze tief über die Augen, klopfte an die Türe des kaiserlichen Palastes und fragte, ob er nicht auf dem Schlosse einen Dienst bekommen könne.

Jawohl, er konnte die Schweine hüten. Er bekam eine jämmerlich kleine Kammer, und da saß er nun den ganzen Tag und arbeitete, und als es Abend war, hatte er einen niedlichen kleinen Topf gemacht; rings um denselben waren Schellen, und sobald der Topf kochte, klingelten sie schön und spielten die alte Melodie:

Ach, du lieber Augustin,
Alles ist weg, weg, weg!

„Das Stück kann ich auch spielen,“ sagte die Prinzessin, die des Abends mit ihren Hofdamen spazieren ging. „Fragt mal den Schweinehirten, wieviel der Topf kostet.“

„Ich will zehn Küsse von der Prinzessin haben, für weniger tu ich's nicht.“

Das war ein Schreck, es wurde gehandelt und gebettelt, aber der Schweinehirt bestand auf seiner Forderung.

„In Gottes Namen,“ sagte die Prinzessin zu ihren Begleiterinnen, „aber ihr müßt dicht um mich herumstehen, damit mich wenigstens niemand sieht.“

Die Hofdamen umringten sie, breiteten ihre Kleider aus, der Schweinehirt bekam zehn Küsse, und sie erhielt den Topf.

Nun machte der geschickte Jüngling eine Spieldose, wenn die aufgezogen wurde, spielte sie alle Walzer und Polkas, die auf der Welt existieren.