„Das ist ja superbe,“ rief die Prinzessin, „fragt ihn, was er dafür haben will, aber küssen tu ich ihn nicht wieder.“
Der Schweinehirt verlangte hundert Küsse; da ging die Kaisertochter böse fort.
Aber die Spieldose war doch zu wundervoll, und als die Prinzessin einsah, daß der Schweinehirt sie nicht anders hergab, mußten die Hofdamen wieder einen Kreis schließen, und sie ließ sich küssen.
„Was mag das wohl für ein Auflauf beim Schweinestall sein?“ dachte der Kaiser, der verwundert sah, wie alle Hofdamen auf einem Klümpchen beisammen standen, und trotzdem er noch in Pantoffeln war, lief er eilig hinunter, um zu sehen, was es gäbe.
Sobald er den Hof betrat, ging er ganz leise, und die Hofdamen hatten so viel zu tun, die Küsse zu zählen, daß sie seine Anwesenheit nicht bemerkten. Er erhob sich auf den Zehen und wurde so wütend, als er sah, wie sich seine Tochter von dem Schweinehirten küssen ließ, daß er beiden die Pantoffeln um die Ohren schlug und sie vom Hof herunterjagte.
Da standen sie nun in Regen und Kälte, die Prinzessin weinte, und der Schweinehirt fluchte.
„Ach, ich unglückliches Geschöpf,“ schluchzte sie, „hätte ich doch den Prinzen genommen und die Rose und die Nachtigall nicht fortgeworfen; wie dumm bin ich gewesen!“
Der Schweinehirt ging hinter einen Baum, wischte sich das Schwarze aus dem Gesicht, warf die schlechten Kleider von sich und trat nun im fürstlichen Gewande hervor, so schön, daß die Kaisertochter sich verneigen mußte.
„Ich will nichts mit dir zu schaffen haben,“ sagte er. „Du wolltest keinen ehrlichen Prinzen heiraten; die Rose und Nachtigall hast du verachtet, aber den Schweinehirten konntest du um einer Spielerei küssen. Das hast du nun davon!“
Dann ging er in sein kleines Königreich und schlug ihr die Türe vor der Nase zu. Da konnte sie draußen stehen und singen: