Irma nickte, setzte sich an den Tisch und nahm sofort von dem Kuchen.

Agnes freute sich aufrichtig, Otto stieg in ihrer Achtung, und sie bereute, daß sie ihm oft in ihren Gedanken unrecht getan hatte.

„Du mußt vergessen, daß ich an Otto zweifelte und sagte, er meine es nicht gut mit dir. Ich sehe, daß ich mich geirrt habe,“ sagte sie.

„Er ist ein Engel,“ versetzte Irma, „wenn du ihn später kennen lernst, wirst du das selber finden.“

„Na, das ist ja nicht gerade nötig, aber nun erzähle wie es war. Fand er's gleich in der Ordnung, daß die Heimlichkeit aufhören soll? Hat er wohl gar schon mit seinen Eltern gesprochen? Wann wird eure Verlobung veröffentlicht?“

Irma hatte den dritten Kuchen verzehrt, schob nun den Teller zurück und rührte nachdenklich in der Schokolade.

„Otto sieht sehr wohl ein, daß dieser Zustand auf die Dauer unhaltbar ist,“ begann sie, „daher begreift er auch, daß ein Ende damit gemacht werden muß.“

„Recht so. Ich fürchte nur, Irma, Großmama wird doch ein bißchen böse auf dich sein, aber du bist ihr Liebling, da wird sie's schon verzeihen. Du sagst es ihr doch natürlich noch heute?“

„Nein, heute nicht.“

„Was?“ Agnes fiel wie aus den Wolken.