Basarstraße in Mosul.
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Weit dankbarer ist eine Wanderung durch die Straßen und Basare, wahrhaftige Labyrinthe, durch die man sich nur unter kundiger Führung hindurchfindet. Eng und winkelig sind die Gassen, wie in Bagdad, weniger häufig die Holzerker. Die belebteren Stadtviertel haben Steinpflaster, aber so schlechtes, daß eine Droschke verunglücken würde, wenn sie sich überhaupt hier durchzwängen könnte. Schmutz, Unrat, Gerümpel, Fruchtschalen, Gedärme und andere Küchenabfälle liegen haufenweise umher, die widerwärtigen Hunde wühlen darin herum. Die Straßenreinigung besorgt nur ab und zu ein heftiger Sturmwind mit riesengroßem Besen; ganze Kehrichtwolken füllen dann die Basare. Vergebliche Mühe! In den Winkeln sammelt und häuft sich der Schmutz um so höher, und dort bleibt er liegen.
Eine schöne Ecke im Basar.
In den lebhaftesten Straßen des Basars sind die Läden der Waffenschmiede und Gelbgießer, die Stände der Schmiede und Seiler, Fleischbänke und Obstläden, wo Rosinen und Mandeln, Nüsse, Gurken, Gewürze usw. feilgehalten werden. Das Geschäft der Töpfer blüht, denn der Krug geht solange zu Wasser, bis er bricht, und ganz Mosul braucht die hübschen Trinkgefäße, die die Frauen so anmutig auf dem Kopfe einhertragen. In den Buchläden schmökern Männer im Turban oder Fes umher. Durchmarschierende Soldaten kaufen Tabak und Pfeifen, Feuerstahl und Mundstücke. Mächtige Ballen europäischer Stoffe liegen aufgestapelt, immer in schreiender Farbe, die das Auge des Orientalen erfreut. Ein Hammam, ein Bad, ist überall in der Nähe. Kleine Tunnel, deren spitzbogige Tore oft von schönen Skulpturen umrahmt sind, führen zu den Karawansereien der Großkaufleute, und Stände mit alten Kleidern, wahre Herde für ansteckende Krankheiten und Ungeziefer, fehlen auch nicht. In den engsten Gassen arbeiten die Barbiere in schattigen Gewölben. Schutzdächer aus dünnen Brettern oder Bastmatten über den Läden erhöhen noch die malerische Buntheit der Straßenbilder.
Bab-el-Dschiser.
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