Halil, Araber in Amuda.
Als wir in der folgenden Nacht am Bache bei Högna rasteten, wurden wir durch Pferdegetrappel, rasselnde Wagen und deutsche Kommandorufe aus dem Schlafe geweckt. Eine Geschützbatterie zog heran, ihr folgten eine Trainkolonne und eine Karawane von 600 Lastkamelen. Der Batterieführer ließ in unserer Nähe biwakieren, an demselben Bache, in dem einst die Reiter des Parmenion ihre Pferde tränkten. Die Soldaten trugen leichte, feldgraue Uniformen und unter dem Tropenhelm ein herabhängendes Tuch, das Nacken und Hals schützte. Auch eine Mauleselkarawane unter Leutnant Erdmann, die von Mosul nach Aleppo zog, fand sich hier ein. Der Weg nahm immer mehr den Charakter einer Etappenstraße an. Deutsche und türkische Truppenabteilungen zogen nach Osten an uns vorüber, gefallene Lasttiere lagen am Wege, und bei Auenat war ein ganzes Zeltlager deutscher Offiziere emporgewachsen.
Deutsche Truppenabteilung in der Wüste.
Auenat liegt am Rande der Wüste, und die nächsten 55 Kilometer mußten in schnellster Fahrt ohne Aufenthalt zurückgelegt werden, da die Schammar-Araber diese Gegend unsicher machten. Unsere Gendarmen hatten uns verlassen, und neue hatten wir nicht auftreiben können; dafür hatte sich Leutnant Erdmann mit seinen vier Burschen und seinen Mauleseln uns angeschlossen. Die elfstündige Fahrt verlief aber ohne jeden Zwischenfall. Wir begegneten nur einer großen deutschen Karawane und überholten eine kleine türkische, der wir nicht wenig Angst einjagten; außerdem sahen wir nur Züge englischer und indischer Gefangenen, die sich mühsam vorwärtsschleppten; wer zusammenbrach, blieb rettungslos liegen. Zwei Inder hatte dies Schicksal ereilt, ihre Leichen lagen an der Straße. Im Westnordwesten loderte ein Steppenbrand wie ein Fackelzug durch die Nacht.
Die deutsche Fahrkolonne bricht von Auenat auf.
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GRÖSSERES BILD
Türkische Kamele bei Auenat.