Treppe und Galerie des Han el-Ortme.
Das Gedränge in den Straßen des Ghettos ist unheimlich, und man darf nicht empfindlich sein, wenn ein mit einem querliegenden Holzkohlensack beladener Esel dahergetrippelt kommt, oder zerlumpte Kinder in bloßem schmutzigen Hemd sich mit den Ellenbogen den Weg bahnen. Jeder, der nach Bagdad kommt, besucht wenigstens die Hauptstraße des Ghettos, Chaldäer und Syrier, Araber und Armenier, Perser und Türken, Sudanesen, Neger aus Sansibar und dem Herzen von Afrika, und sogar englische Soldaten und Offiziere, die ihre überflüssigen Effekten verkaufen, nachdem sie erfahren haben, wie knapp die Transportmittel auf dem bevorstehenden Weg nach Konia und Angora sind.
Gasse im Judenviertel.
Aber die Juden herrschen bei weitem vor. Es riecht geradezu nach Judentum, und es riecht schlecht, obgleich es hier luftiger ist, als in den Basaren der Mohammedaner, wo die üblen Dünste durch die Dächer festgehalten werden und das Tageslicht nur durch Löcher hereindringt. Die Hauptstraße des Ghettos ist nicht überdacht, sondern unter freiem Himmel, nur Erker und die kleinen Schutzdächer dämpfen das Licht. Der Schmutz ist furchtbar, und wenn die Sakkas mit ihren Ledersäcken sprengen, watet man durch Schlamm. Aller Abfall aus den Häusern fliegt einfach auf den Fußsteig, und die Verwandten der Schakale, die gelben Hunde, wühlen darin herum.
Die Hauptstraße im Ghetto von Bagdad.
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GRÖSSERES BILD
Jüdische Zigarettenwicklerin in Bagdad.