Höhere englische Offiziere unter den Gefangenen von Kut-el-Amara.

Wenige Schritte brachten uns zur Residenz, die damals noch gerade gegenüber lag; später wurde sie in das Haus des Hauptquartiers verlegt, wo der Feldmarschall gewohnt hatte. In seiner freundschaftlichen Hast widerfuhr dem Adjutanten in der Vorhalle ein Renkontre mit einer orientalischen Porzellanvase, die schmetternd auf dem Steinboden in tausend Stücke zerschellte und mich vor der offenen Tür des Speisesaals mit überflüssigem Knalleffekt anmeldete.

Am Tisch präsidierte Halil Pascha. Ihm gegenüber saß General Townshend, neben ihm der Stabschef und der Adjutant des englischen Oberbefehlshabers, hohe, kräftige Gestalten. Die übrigen Gäste waren türkische Offiziere und sonst nur Zivilisten, unter ihnen der Bürgermeister von Bagdad mit schwarzem Bart und Brille, schwarzem Gehrock und rotem Fes.

Phot.: Schölvinck.

Phot.: Schölvinck.


GRÖSSERES BILD

Nachdem ich Halil und seine Gäste begrüßt hatte, wurde ich eingeladen, an Townshends Seite Platz zu nehmen. „Erinnern Sie sich noch unseres Zusammentreffens in Simla?“ rief er mir entgegen. „Hier sehen Sie mich nun als Besiegten!“ Wir sprachen von Kitchener, von den indischen Zedern und Mangobäumen und den schneebedeckten Bergen des Himalaja oberhalb Simlas. Townshend trug sein Geschick mit Gleichmut. Die Stimmung an der Tafel war sogar heiter; es war ein wirkliches Verbrüderungsfest, und der Champagner floß in Strömen. Halil Pascha füllte sein Glas und toastete auf seinen Ehrengast, dem er eine glückliche Zukunft wünschte, und der Engländer dankte für die Gastfreundschaft, die er in Bagdad erfahren hatte. Nach diesem feierlichen Schlußakt des Gastmahls fuhr Townshend in Halil Paschas Automobil nach Hause. Am andern Tag sollte er nach Konstantinopel weiterreisen, wo ihm auf einer der Prinzeninseln eine Villa angewiesen war.