Vom Lager Nr. 3 wurde die Richtung der Bajirreihe Südsüdwest, und ich hielt immerfort den Kurs auf das Dorf Tatran. Es war jedoch deutlich, daß wir uns immer höher werdendem Sande näherten; schon jetzt wuchsen die Engen zwischen den Bajiren an Höhe und Breite, und wir gingen längere Strecken in diesem Sande als auf ebenem, nacktem Boden. Ein paarmal suchten wir sogar vergebens nach einer Bajir; wir waren offenbar vom Wege abgekommen und hatten uns auf Protuberanzen zwischen Depressionen, die wir in der dicken Luft nicht sahen, verirrt. Die Karawane mußte Halt machen, während wir einen Übergang suchten und darauf die anderen anriefen.
61. Das endlose Wüstenmeer. ([S. 159.])
62. Karawane auf dem Astin-joll. ([S. 174.])
63. Hirtenhütten in Schudang. ([S. 176.])
64. Das alte Bett des Tschertschen-darja. ([S. 182.])
Die Bajire 9–12 waren tief wie Kessel, aber so klein, daß sie unsere Wanderung wenig erleichterten, um so mehr, als ein System von kleinen Dünen in der Richtung von Nordosten nach Südwesten ihren Boden kreuzte. Als wir die zwölfte Depression gekreuzt hatten, sah es bedenklich aus; wir keuchten lange auf dem Wege über die nächste Schwelle, die kein Ende nehmen wollte, und die Kamele blieben immer öfter stehen; aber schließlich erreichten wir den höchsten Rücken, der uns einen angenehm überraschenden Anblick bot: vor uns und tief unter uns dehnte sich die dreizehnte Depression aus; ihr Boden war ganz sandfrei, und ihr anderes Ende verschwand im Staubnebel; sie mußte uns also ein gutes Stück weiterhelfen. In der Mitte dieser großen Bajir erhoben sich einzelne Terrassen von Tonerde in horizontalen Schichten, aus der Ferne Häuser- und Mauerruinen gleichend.