Erst in der Dämmerung kam die Karawane herangezogen. Eines der Kamele, ein prächtiges Männchen, das beste von den fünfzehn Kaschgarern, war seit vier Tagen kränklich und ging daher langsamer als gewöhnlich. Einen Kilometer vom Lager hatten sie es, von der Last befreit, zurückgelassen, und Kurban war bei ihm geblieben. Doch, als es dunkel geworden, kam Kurban uns nach, weil es ihm allein bei dem kranken Tiere zu unheimlich geworden war. Nach dem Abendessen mußten Islam und Turdu Bai mit einer Laterne und einem Beutel voll Häcksel, der eigentlich für das Pferd bestimmt war, nach jenem Platze zurückkehren. Sie fanden jedoch das Kamel tot; es lag mit offenem Maule und halbgeschlossenen Augen da und war noch warm. Es war rührend, Turdu Bai Tränen vergießen zu sehen; er liebte die Kamele wie ein Vater und er war von allen Männern derjenige, der sich am wenigsten am Feuer sehen ließ, da er sich stets bei den Kamelen zu schaffen machte. Das Tier, welches zuerst auf dieser Reise verendete, erlag weder der Überanstrengung noch dem Mangel wie seine vielen Nachfolger. Die Muselmänner sagten: „Choda kasseli värdi“ (Gott hat ihm eine Krankheit gegeben), und wahrscheinlich würde es ebenso sicher auf den Steppen des Tarim gestorben sein wie hier in der Wüste. Die übrigen sechs Kamele befanden sich vorzüglich. Und doch war es der neunte Tag. In der Takla-makan waren gerade am neunten Tage zwei Männer, vier Kamele und das ganze Gepäck liegen geblieben, damals aber waren wir vor Hitze und Durst verschmachtet, jetzt erstarrten wir fast vor Kälte und hatten Wasser in genügender Menge.

65. Eine alte Tograk am Tschertschen-darja. ([S. 182.])

66. Auf dem Eise des Tschertschen-darja. ([S. 184.])

67. Am Ufer des Tschertschen-darja. ([S. 184.])

68. Sattma in Araltschi. ([S. 187.])