286. Fischen im Boggtsang-sangpo. ([S. 305].)

287. Die Yake werden beladen. ([S. 310].)

288. Das Lager Nr. 103 am Quellbache. ([S. 312].)

289. Lager Nr. 109 im Westen des Lakkor-tso. ([S. 316].)

Auf den Bergen im Hintergrund einige Uferlinien.

Während der folgenden Tagemärsche hielten wir uns in der unmittelbaren Nähe des Boggtsang-sangpo ([Abb. 281]). An einem Punkte, wo wir den Fluß kreuzten, hatte ihn auch Littledale überschritten. Captain Bowers Route, die wir am Nakktsong-tso und Tschargut-tso gestreift hatten, liegt nun eine ziemliche Strecke nördlich von unserem Wege, und wir berühren sie nicht mehr. Nain Singhs Weg läuft einstweilen noch südlich von unserer Straße. Dadurch, daß ich jetzt dem Laufe dieses Flusses folgte, konnte ich die Routen der drei Reisenden, die vor mir diese Teile von Tibet besucht hatten, vermeiden. Es würde unsere Landeskenntnis vermehren, wenn ich andere Gegenden aufsuchte. Oft war es jedoch unmöglich zu entscheiden, ob ich mit Littledales Weg in Kollision war oder nicht. Die Karte dieses ausgezeichneten, unermüdlichen Reisenden ist leider in zu kleinem Maßstabe ausgeführt, als daß man sich mit ihrer Hilfe in dem Terrain zurechtfinden könnte. Bei den Anforderungen, die ich an meine Karte stellte, betrachtete ich die Landesteile, die meine Vorgänger durchreist hatten und in denen ich es nicht vermeiden konnte, ihre Routen zu kreuzen oder sogar auf kurzen Strecken ebenfalls zu benutzen, als unerforschtes Land. Auf Littledales Karte findet man z. B. weder den Nakktsong-tso noch den Tschargut-tso, auf der von Bower allerdings diese beiden Seen, aber nicht den Selling-tso. Bower reiste zwischen dem Nakktsong-tso und dem Tschargut-tso durch, aber er erforschte nicht das Verhältnis, in welchem die verschiedenen Seen zueinander stehen; der Addan-tso ist auf seiner Karte gar nicht angegeben, ebensowenig ein Abfluß des Tschargut-tso. Er hat geglaubt, daß der Jaggju-rappga ein Fluß sei, der sich in den Tschargut-tso ergießt, obwohl das Wasser aus dem See strömt. Es ist weder meine Aufgabe noch meine Absicht, das vorhandene Kartenmaterial über Innerasien in dieser Arbeit zu kritisieren, ich will nur erklären, weshalb ich Grund hatte, manchen Landesteil, den auf der Karte eine rote Linie durchzieht, als eine terra incognita zu betrachten. Der Zweck einer Reise durch unbekanntes Land ist doch, daß man vor allem eine Karte desselben vorzeigen kann, und eine solche ist zwecklos, wenn sie nicht vollkommen zuverlässig ist. Was haben die großen Strapazen und Kosten, die mit einer solchen Reise verbunden sind, sonst für einen Nutzen? Littledales und Bowers Reisen sind übrigens bewundernswerte Beweise von Kraft und Ausdauer. Von den drei Karten aber ist Nain Singhs die beste, obwohl sie einer Revision sehr bedarf. —

Die erste Tagereise längs des Boggtsang-sangpo ging durch ziemlich gutes Weideland; hier und dort zeigten sich Nomadenlager. Das Wetter war herrlich, obgleich die Nachtkälte bis auf −8 Grad fiel. Es war ganz windstill, keine Wolke sichtbar; solches Wetter würde uns auf dem Tschargut-tso gefallen haben. Wenn man, wie wir, nach Westen reitet, wird die linke Seite des Gesichtes so von der Sonne angegriffen, daß die Haut stückweise abblättert, während die andere eisig kalt ist. Der linke Fuß hat es schön warm, indes der rechte im Schatten beinahe erfriert.