211. Geschnitzte Holzstücke aus den Ruinen. ([S. 43].)
212. Schagdur mit einigen seiner Funde. ([S. 44].)
213. Das Haus, in welchem die Manuskripte gefunden wurden. ([S. 46].)
214. Links der Tonkrug. in der Mitte ein Rad, rechts das Manuskripthaus und ganz hinten der Lagerturm. ([S. 50].)
Doch warum all diese Vorsichtsmaßregeln gegen eine Gesellschaft friedlicher Mongolen, die keiner Katze etwas zuleide tun? Darum, weil sie vor uns nach Lhasa kommen und ohne Zweifel von unserem Herannahen erzählen würden. Dann aber würde das Land im Norden des „heiligen Gebietes“ streng bewacht und wir nimmermehr durchgelassen werden. Die Kamele der Mongolen waren freilich in schlechtem Zustand, und sie würden lange Zeit brauchen, um Zaidam zu erreichen, wo sie wie gewöhnlich jene gegen Pferde vertauschen wollten. Aber dennoch würden sie uns bald einen Vorsprung abgewinnen und schneller und leichter vordringen als wir, die wir die schlimmsten Teile von Tibet aufsuchten. Meine Befürchtungen trafen später in der Tat zu, obwohl gewiß auch andere Umstände in noch höherem Grade bei der Durchkreuzung unserer Pläne mitwirkten.
Die Karawane, mit der ich jetzt die nördlichsten Bergketten des Kwen-lun-Systems überschritt, war folgendermaßen zusammengesetzt: Schagdur, Sirkin, Mollah Schah und Li Loje, der Lama und ein Führer, 12 Pferde und Jolldasch. Das Hochgebirge erhob sich in überwältigender Majestät vor uns. Im Südosten erschien die Talmündung, welcher der Tscharchlik-su entströmt, und im Süden lagen der Kurruk-sai und Korumluk-sai, nach denen unser Weg führte. Das Tal, in welchem der Fluß die nördlichste Kette des Astin-tag durchbricht, ist zu wild und tief, um passiert werden zu können. Die Sonne brannte heiß, und die Mücken waren hungrig, verschwanden aber gleich, sobald wir in öde, unfruchtbare, langsam ansteigende Gegenden gelangten. Zur Linken erschienen einige einsame Reiter; es waren Mongolen, die uns von weitem beobachteten.