Eines schönen Nachts, als die Paarungsbrunst aus dem Blut gewichen ist, erwachte Glip aus dem Liebesrausch und sah, daß er ein Sklave war. Da hob er die Verlobung auf — und machte sich aus dem Staube.

[14. Strix Bubos Tod]

Glip kehrte nicht wieder.

Strix hat infolgedessen seit zwei Tagen keinen Fraß bekommen, sie ist matt und ausgehungert und noch lichtscheuer als sonst. Sie ist kaum im stande, sich aufrecht zu halten; unten auf dem Boden der hohlen Eiche kriecht sie auf dem Bauch zusammen.

Sie ist halb von Verstand, hat fortwährend Visionen und sitzt da und heult ihren eigenen Namen.

Schu—hu! seufzt sie ... Schu—hu!

— — —

Da sitzt sie in dem alten verfaulten Vergangenheitsbaum, vertrieben, lebensmüde und verbraucht. Ebenso wie die Eiche, ist sie schon längst ein Fremdling in der Zeit gewesen.

Sie haßt die Zeit, ihre Unruhe, ihren Lärm und den Überfluß an Menschen überall; sie trägt Urzeit in sich, und der sind die Menschen entwachsen.

Das dumpfe Brummen des Bären, das Gebrüll des Elchhirsches, das Heulen des Wolfes und das Knarren und Krachen des Urwalds selber, das waren Laute, die für sie paßten. Sie hat dasselbe Wilde und Dämonische in ihrer Stimme gehabt ... aber niemand hat ihr in verständlicher Sprache geantwortet.