Es ist wieder Frühling in den großen Wäldern an der Förde.

Die blankschwarzen Wasserflächen der Waldseen liegen mit Vögeln übersät da ...

Auf den kleinen Tümpeln schießen die Bläßhühner hitzig und paarungstoll aus dem schimmernden Versteck des Röhrichtsaumes heraus; sie gleichen Maulwurfshaufen, die auf dem Wasser schwimmen. Auf den großen führen die Schwäne Krieg, blendend weiß und mit Federgebrause um den gekrümmten Hals. Und in den kleinen Löchern, wo es friedlich und warm ist, liegen stumme, gepaarte Enten.

Hin und wieder breitet ein Schwanenpaar die Flügel aus und flattert von einem Gewässer zum andern, da stiebt dann das kleine Getier verwirrt nach allen Seiten auseinander ...

An den Ufern entlang schleichen Marder und Wiesel; der Fuchs aber liegt im Schilf und lauert auf die Wildgänse, die an Land gegangen sind, um zu grasen. Mitten in dem Idyll kann man eine Häsin auf einem Wechsel in voller Flucht sehen, drei, vier zerzauste Rammler hinter ihr her. Da macht Reinecke ein paar Sprünge, besinnt sich dann aber ... nein, er mag nicht rennen!

Es gibt jetzt Äsung genug! Die Paarungskämpfe zwischen den großen Tieren und den Vögeln machen viele Invaliden!

Durch die Baumkronen zieht das kreischende Gelichter der Häher. Scharen von fünf bis zehn unbeweibten Männchen verfolgen mit Geschrei und Gekrächze ein glückliches Paar oder machen einem alten ledigen Weibchen stürmisch den Hof. Überall, wohin sie kommen, schweigen die Drosseln, und der Rabe stimmt den Frühlingsruf an, um sein Weibchen zu warnen, das schon Eier gelegt hat; aber der Häher, der in seinem abgestorbenen Baumwipfel sitzt und lauert, streicht augenblicklich von dem Zweig ab und fliegt in der Richtung der nächsten lärmenden Schar.

Aus dem Gestrüpp schießen die Amseln, den Stoß in die Höhe, über die Lichtungen hin — und wo viele alte Bäume stehen, schallt das Konzert der Stare und Dohlen ohrenbetäubend.

Strix stimmt in den Frühlingsjubel ein.

Sie heult und heult ... nicht klagend, wie nach den Jungen, sondern hohl, tief und klangvoll.