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Eine Birkhenne, die durch das Erscheinen des großen Uhus überrascht wurde, wußte nichts Besseres und Eiligeres zu tun, als ihre kleinen Küchlein in das Moos einzugraben; dort sollten sie stillsitzen, solange der große Fänger ausruhte. Nun hätte ein kleines ungehorsames Junges um ein Haar die ganze Brut in Gefahr gebracht!

Strix nimmt sich ihr Mißgeschick nicht weiter zu Herzen, sie betrachtet das Ereignis als eine Art wohlgemeinten aber schlecht ins Werk gesetzten Willkomm.

Jetzt will sie sich eine Wohnung suchen.

Und sie fliegt eine Wendung nach der andern und stolziert auf ihren unbeholfenen, behosten Fängen, während sie mit rollenden Flügeln zwischen den Heidekrauthügeln herumsucht.

Da hört sie es auf der andern Seite des Hünengrabes brummen. Es ist, als erwache jemand da unten und spräche laut mit sich selbst, während er sich in aller Eile fertig macht.

Das Gebrumme des Reisenden klingt immer mürrischer; Strix fliegt aus Neugier dahin — und sieht eine große Hummel aus einem Fuchsloch herauskrabbeln.

Hu — Hu — Hu! schilt die Hummel und setzt mit einem gierigen und honigerpichten Brummen über den Kopf der Eule hinweg.

Diesmal ist der Willkomm hübsch ins Werk gesetzt, meint Strix! Der Fuchsbau riecht ja freilich ein wenig, ja, er stinkt; aber das ist ja nur heimatlich. Sie watschelt in den Eingang des Loches hinein und scharrt sich eine Vertiefung, einen richtigen Nestraum mit Wölbung und reichlich Platz zum Rühren; hier läßt sie sich nieder.

Reineke kommt früh heute morgen und sehr angegriffen von der Nachtjagd. Er geht halb im Schlaf und hält den großen Uhu für das, was er unter einem Gespenst versteht.