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Und die Flinte wurde an diesem Abend von ihrem Platze über dem Herde heruntergenommen, wo sie sonst immer bereit lag, um gegen die vorüberstreichenden Möwen verwendet zu werden — er hatte die alleinige Lieferung von Möwen für eine Modewarenhandlung — und mit großem, grobem Schrot klar gemacht.
Tag für Tag schlich er in seiner Freizeit im Strandwalde herum. Er durchwanderte ihn die Kreuz und die Quer, ja, er ging ganz bis an den Badeort hinunter und frech durch alle Gärten der jetzt mit geschlossenen Läden daliegenden Sommervillen. Aber er konnte nichts von dem großen Uhu entdecken außer einer vereinzelten braunen Feder.
Diese Feder genügte ihm jedoch; nun wußte er, daß der Vogel wirklich vorhanden war.
Strix saß in einem Fuchsbau tief unter der Erde, da war es ja kein Wunder, daß der Leuchtturmwärter jedesmal vergebens ging.
Er ruhte jedoch nicht: er blieb seiner Natur und seinem Wahlspruch getreu: — niemals etwas aufgeben, ehe du nicht die Beute im Kasten hast!
Es dämmert eines Abends ...
Die Farben entweichen von der Erde und steigen zum Himmel empor; der wird im Westen rotglühend und schwefelgelb.
Die Steine am Strande entlang, alle die weißen, alle die grauen, die roten Taschenkrebsschalen, wie die blauen Muscheln, verschwinden für das Auge und werden zu einem dicken, wolligen Streif.
Und der Streifen zerbröckelt gleichsam, wird zu Sand, zu schwarzer Erde — die Dämmerung nimmt auch ihn.