Seit jener Nacht waren Strix’ Tage am Strande gezählt.
Es verlautete gar bald, daß Leuchtturmwärter Hansen auf nächtlicher Jagd auf einen großen Uhu umgekommen sei. Die Strandzeitung schlug Lärm und der Bericht ging durch das ganze Land — und obwohl es keineswegs stimmte und auch nicht weiter verlockend war, und obwohl es ganz außerhalb der Jagd- und Badesaison war, benutzte doch ein gewiegter Hotelpächter die Gelegenheit, mächtige Reklame für sein neues, großes Badehotel mit dazu gehörigem „Jagdwald“ zu machen.
[11. Klein-Taa]
Der Winter verging leidlich für Strix.
Sie hatte nur mit dem Hunger und der Langenweile zu kämpfen.
Das Los des Leuchtturmwärters wirkte gerade nicht verlockend auf die in der Gegend ansässigen Jäger; sie erblickten darin eine weitere Bestätigung für die Annahme, daß die große Eule ein Zaubervogel sei, den man am besten in Ruhe ließ.
Der alte Niels Pibe, den die Strandzeitung interviewte, benutzte die Veranlassung, um verschiedene Geschichten von Eulen wieder aufzufrischen, aus denen zu ersehen war, daß die Eule Böses ansagt — und daß, wenn man sie schießt, dies den Tod bedeutet.
Eifrige Sammler ließen sich freilich nicht von diesen Ammenmärchen abschrecken, und als der Frühling sich näherte und das Wetter weniger rauh wurde, erhielt der gewiegte Hotelpächter in der Tat Anfragen in bezug auf seine Pensionspreise und den viel beredeten Vogel.
Indessen kam ihnen ein Fremder, mit dem niemand rechnete, zuvor.
Es ist an einem Abend, Ende März, bei heftigem Seesturm ...