Das Meer schäumt. Kein Fahrzeug ist zu erblicken. Die grauen Regenschauer und die graue See gehen ineinander über. Nur eine vereinzelte, große Möwe mit einer unverhältnismäßig großen Flügelweite für den kleinen, leichten Körper tummelt sich im Sturmgebraus und wiegt sich hin und her über dem einsamen Horizont.
Scharf und salzig treibt die Seeluft durch den Strandwald; sie stinkt nach Fischen und Tang, nach Strand und Muscheln ...
Strix tanzt nicht mehr an dem Dünenhang, sie hat zurzeit anderes zu tun.
Sie hat sich ein Nest aus Zweigen zwischen ein paar ausstrahlenden Wurzelhälsen einer kleinen verkrüppelten Erle zusammengetragen und liegt und brütet auf einem unbefruchteten Ei, einem letzten, aus alter Gewohnheit gelegten Ei!
Und die Regenschauer kommen in Zwischenräumen, aber regelmäßig wie die Kinder in dem Heim armer Leute, und das Meer da draußen nimmt die trostlose Farbe des Sandgraus an. Und der Regen peitscht herab, strömt und strömt, so daß auch oben in der Luft See und Meer entstehen.
Strix drückt sich tief in ihr schützendes Nest unter dem Erlenstamm und läßt die Regenschauer kommen und die Regenschauer gehen; sie brütet und gibt acht ... auf die Erde, das weiß sie ja, ist kein Verlaß.
Da kracht und raschelt es vor ihr im welken Laub ... ein langgestrecktes, schlangengeschmeidiges Raubtier wickelt seinen blanken Pelz aus dem Grau der Dämmerung heraus.
Es ist auch einer von den alten Feinden — ein guter Bekannter aus Strix’ jubelvollen Tagen! Obwohl Klein-Taa jetzt ein alter Marder geworden ist, ähnelt er noch immer seinem Vater so aufs Haar, daß ihm eigentlich nur die gestutzte Rute fehlt.
Klein-Taa ist auf der Frühlingswanderung; auf der Suche nach einem Weibchen — sonst käme er nie in diese rauhe Gegend.
Der Marder ahnt die Eule nicht, er kriecht nur in Schutz vor dem Wasser. Hopp, hopp, geht es, hopp, hopp — ins Trockne hinein, am Eulenbaum entlang.