Wir lachen beide, und Dufaure behauptet, daß er das gute Gewissen von jeher für eine Erfindung der alten und magenleidenden Tanten gehalten habe.

»Haben Sie noch nicht bemerkt, daß es immer und ewig recht haben will, genau so wie die alten Tanten?« fragt er.

»Es hat auch immer recht,« antworte ich, »denn es spricht nur, wenn es recht hat, und das unterscheidet es von allen alten Tanten der Welt.«

Und nach dieser Feststellung setzen wir uns auf einen kleinen Rasenabhang und rauchen und starren in die Luft.

Auf einmal fragt Dufaure: »Spricht Ihr Gewissen nicht schon seit drei Wochen unaufhörlich mit Ihnen?«

»Nein,« sage ich und starre weiter in die Luft.

»Dann muß es recht gut erzogen sein,« behauptet er.

»Finden Sie, daß ich so in Sünden wate?«

»Nun,« antwortet er, »die äußere Korrektheit bedeutet oft nichts als die Inkorrektheit des Herzens. Aber vielleicht reagiert Ihr Gewissen nicht auf Unterlassungssünden.«

Ich muß unwillkürlich lächeln: »Worunter also in diesem Fall meine unterlassenen Sünden zu verstehen wären.«