»Ja,« antworte ich, »und nun hören Sie gut zu: Die Unnahbarkeit ist nämlich mein Fimmel –«
»Und deshalb sind Sie hier!« stößt er mit einem so herzlichen und lauten Jubelton heraus, daß ich ihm unbedingt den Mund zuhalten muß.
Und da ging Karl Gerhard zur Bar –
»Herein,« sage ich ein wenig erstaunt und sehe nicht gerade angenehm überrascht vom Buch auf, denn meine Kaffee- und Besuchsstunde ist längst vorbei, und in diesem, vielleicht einzigen Punkt bin ich ein bißchen Pedant.
Und es schießt mir durch den Kopf, ob Karl Gerhard wirklich nur darum so unsicher und zerknirscht aussieht, wie er da in der Türe steht, oder ob noch etwas anderes –? Ich habe allerlei Fatales gehört in letzter Zeit – –
»Kommen Sie nur näher, wenn Sie schon mal da sind,« sage ich, »und drehen Sie das Licht an, zum Lesen ist's schon ein bissel dunkel geworden.«
»Das finde ich nicht,« antwortet er, an der Tür stehenbleibend, »ich lese sogar schon von hier aus in Ihrem Gesicht mit den hochgezogenen Augenbrauen mein – nun, sagen wir wenigstens – mein gesellschaftliches Todesurteil.«
Ich schüttle den Kopf. »Ich habe keinerlei Urteile, am wenigsten Todesurteile auszusprechen.«
Er kommt langsam näher, bleibt aber beim Flügel stehen und sagt, die Arme auf das Instrument gestützt: