»Tun Sie das,« nicke ich. »Wer sich beschwert, erleichtert sich merkwürdigerweise, und das ist auch meist der einzige Erfolg, den er dabei aufzuweisen hat.«

»Gut,« sagt Robert Hellström, »diesen Splitter aus dem Auge Ihrer Nächsten sollten Sie den Fliegenden Blättern übersenden und für den Erlös neue Pralinés kaufen. – Übrigens ist doch sicher nur Marke zwei und drei ausgegangen, während Nummer eins noch beinahe unangetastet im Schokoladenschrank ruht.«

»Selbstverständlich,« antworte ich. »Nummer eins ist streng persönlich und unübertragbar. Nur zur Aufheiterung meiner einsamen Stunden bestimmt und hie und da im Theater zur geistigen Anregung.«

Robert Helström schweigt empört, aber die tausend Qualen, die ein Genie zu erdulden hat, stehen so deutlich auf seinem Gesicht geschrieben, daß ich gerührt aufstehe und zum Schokoladenschrank gehe. Er bemerkt es scheinbar nicht, sondern blickt schweigend nach der Stubendecke. Erst wie ich mit der kleinen Schachtel an den Tisch zurückkomme, sagt er lebhaft:

»Wir wollen sie ausschütten, der besseren Übersicht halber,« und leert die Schachtel vorsichtig auf einen Glasteller. Dann sitzen wir ein paar Minuten still und einträchtig zusammen, wie Kinder, die auf die angenehmste Art beschäftigt sind.

Endlich sage ich: »Etwas muß auch für das nächste Mal bleiben,« und stelle den Teller aus seiner Reichweite.

»Mir fällt übrigens ein, daß wir uns lange nicht gesehen haben.«

»Vier Wochen fast,« antwortet er, »und es spricht weder für Sie noch für mich, daß Ihnen das jetzt erst einfällt. Ich will zu Ihrer Entschuldigung annehmen, daß Sie von anderer Seite genügend mit geistiger Kost versehen wurden.«

»Es muß wohl ausreichend gewesen sein,« antworte ich. »Meine Freunde haben ja alle viel Zeit, und so kommt es –«

»Ja, ja,« macht er nachdenklich und fährt dann lebhaft und mit etwas affektierter Leichtigkeit fort: