Manche Hunde laufen noch heute mit Vorliebe in einer Wagenspur. Es ist sogar anzunehmen, daß das sogenannte Hinken der Hunde hiermit im Zusammenhang steht. Früher haben die Menschen die Tiere weit aufmerksamer beobachtet. Es gibt sogar einen Vers, in dem es heißt, daß sich niemand an das Hinken der Hunde kehren soll. Unsere Vorfahren hielten also das Hinken der Hunde für eine Heuchelei. – Heute kann man zahlreiche Kulturmenschen fragen und wird hören müssen, daß ihnen niemals das Schräglaufen der Hunde, noch weniger aber das Hinken – und zwar das grundlose Hinken – aufgefallen ist.

Obwohl das Bein ganz gesund ist, hebt es der Hund beim Laufen hoch und läuft auf drei Beinen weiter. Regelmäßig ist es ein Hinterbein.

Wir wissen, daß der Hund seiner alten Raubtiernatur gemäß gern in einer geraden Linie, womöglich in einem Gleise, laufen möchte. Ist er nun durch gute Pflege, wie es vor dem Weltkriege üblich war, gut im Stande, so ist das Laufen in der geraden Linie für ihn nicht leicht. Um es dennoch durchzuführen, hebt er einen Hinterfuß hoch.

Das Pferd als friedlicher und harmloser Pflanzenfresser hat sich an keine Opfer anzuschleichen. Es hat auch auf der Steppe stets genügenden Platz und braucht nicht wie ein Gebirgstier häufig auf einem schmalen Pfade zu wandeln. Das Pferd hat also im Gegensatz zum Hunde seinen natürlichen Gang beibehalten.

[62]. Die naturgemäße Fütterung der Pferde. Das Koppen.

Der Droschkenkutscher hatte sein Pferd mit Hafer und Häcksel gefüttert. Warum füttert man das Pferd ausgerechnet mit Hafer und nicht mit Weizen oder Gerste?

Selbst die reichsten Leute werden ihre wertvollsten Pferde, beispielsweise erfolgreiche Rennpferde, nicht mit Gerste, geschweige denn mit Weizen füttern. Zwar lese ich bei einem sehr angesehenen Naturforscher, daß ein Bauer, dem der Hafer mißraten war, seine Pferde mit Gerste gefüttert hätte. Ich will nicht bezweifeln, daß das für ein Jahr ohne Nachteil abgelaufen ist. Im allgemeinen wird man aber auf die Dauer keine Freude an dieser Futterart haben.

Der Grund hierfür ist folgender: Tiere, die aus einer armen Gegend stammen, sind für die Gewächse dieser Gegend passend gebaut. Hierhin gehören beispielsweise unser Pferd, das Schaf, das Kamel usw. Man könnte sie als Magerfresser bezeichnen im Gegensatz zu dem in den fruchtbaren Niederungen heimischen Schwein. Es ist bekannt, daß Kamele, die man in fruchtbare Länder versetzt, dort nicht etwa Prachtkamele werden, wie die Durchschnittsmenschen meinen, sondern sterben.

Das Pferd stammt aus der Steppe, also einer Hungerleidergegend. An sich dürfte es nur mit Gräsern und nur im Herbste mit Körnern gefüttert werden. Das ist aber deshalb ganz unmöglich, weil wir dem Pferde künstlich eine Größe angezüchtet haben, die das Wildpferd nicht besitzt. Diese Größe muß erhalten werden, und das kann nur durch reichliches Futter geschehen.