Warum liegen junge Hunde und Katzen wochenlang, ehe sie ordentlich laufen können, während junge Pflanzenfresser, also Fohlen, Kälber, Zicklein und Lämmer gleich auf den Beinen stehen können? Junge Hunde und Katzen entwöhnt man gewöhnlich erst nach sechs Wochen.

Auch hier gibt uns wieder die Lebensweise der wilden Verwandten Aufschluß.

Hunde und Katzen sind früher Raubtiere gewesen. Wer soll der Wildhündin, die mit ihren Jungen in einer Höhle liegt, etwas Böses antun? Aehnlich liegt die Sache bei der Wildkatze. Die Anzahl der Feinde ist sehr klein, und die Gefahr, falls die Mutter anwesend ist, sehr gering.

Ganz anders liegt die Sache bei den Pflanzenfressern. Zwar können sich die meisten gegen schwache Feinde verteidigen, aber gegen große Feinde sind sie machtlos. Gegen einen Löwen kann beispielsweise eine Zebraherde nichts ausrichten.

Würden die Fohlen, Kälber und andere junge Pflanzenfresser ebenso unbeholfen sein wie junge Hunde und Katzen, dann wären sie längst ausgerottet.

Da die Pferde viel leichter flüchten als die wehrhaften Rinder, so müssen die Fohlen bald nach der Geburt mit der Herde bereits wandern können.

Jetzt verstehen wir die unverhältnismäßig langen Beine des Fohlens und seine Fähigkeit, schon so jung laufen zu können.

Unser Bekannter, Herr Glänisch, erzählt uns noch allerlei von seinen Pferden. So erfahren wir, daß die Stute 7 Jahre alt ist, wer der Vater des Fohlens ist u. dgl.

Die Frage liegt nahe, weshalb bei den meisten Haustieren der Vater sich nicht um die Aufzucht der Jungen kümmert.

Wir sehen in der Tierwelt, daß manche Väter sich aufopfern. So schleppen manche Vogelmännchen von früh bis spät Futter für die Jungen zu. Beispielsweise ist auch der Schwan ein guter Vater. Aber Hahn, Erpel, Hund, Kater usw. denken wenig daran, sich um ihre Nachkommenschaft zu kümmern.