Das Pferd dagegen haben wir größer gezüchtet, weil wir große Tiere brauchten. Um die Größe zu erzielen, müssen wir viel Körner verfüttern, was für ein Steppentier nicht naturgemäß ist.

Das Pferd würde noch viel häufiger erkranken, wenn es nicht als Haustier die gesündeste Tätigkeit ausübte. Es ist den ganzen Tag in der frischen Luft und arbeitet sich aus. Wie gesundheitsfördernd das für das Pferd ist, ersehen wir an einer an Feiertagen nicht selten auftretenden Krankheit, der sogenannten Osterwinde. Die Pferde bleiben im Stalle und bekommen zur Feier des Tages ihr übliches Körnerfutter. Die Folge davon ist nicht selten eine furchtbar schwere Erkrankung, die Osterwinde.

[76]. Ziehhund oder Esel?

Wir haben uns jetzt das Aeußere des Esels verständlich gemacht und wollen jetzt die Frage besprechen, weshalb man nicht allgemein statt der Ziehhunde Esel verwendet.

Seit vielen Jahren wird gegen die Verwendung der Hunde zum Ziehen gewettert. Diese Bestrebungen zeugen von dem guten Herzen der Beteiligten und sollen deshalb sorgfältig geprüft werden. Allerdings ist auch in diesem Falle, wie bei den Hüten für die Omnibuspferde, vielfach Sachkunde zu vermissen.

Die Verwendung des Hundes zum Ziehen ist eine Tierquälerei, falls

1. der Hund übermäßig lange angestrengt wird oder übermäßige Lasten zu ziehen hat,

2. Fütterung und Tränkung nicht genügend ist,

3. der Hund als früheres Nachttier bei glühender Mittagshitze ziehen muß,

4. an den Ruhestellen kein trockenes Plätzchen zum Hinlegen ist,