5. er bei Kälte an den Ruhestellen nicht zugedeckt wird.
Pferde und Esel brauchen sich nicht hinzulegen zur Ruhe, wohl aber der Hund.
Pferden erfrieren trotz der größten Kälte nicht die Beine, wohl aber dem Hunde.
Ein Sachverständiger äußert sich über die vorliegende Streitfrage folgendermaßen:
In vielen Gegenden spannen Leute, die oft geringe Lasten zu befördern haben, statt der Esel Hunde vor, was schon oft getadelt, aber doch nicht abgeschafft ist. – Ziehen wir zwischen beiden einen Vergleich, so stellt sich folgendes heraus: Der Hund ist leichter zu haben, weil er sich sehr stark vermehrt, ist wohlfeiler, weil er ein Jahr alt schon angespannt werden kann und weil er oft von Leuten, die ihn zu Jagd- oder Metzgergeschäften dressieren wollten, aber dann unbrauchbar fanden, sehr billig verkauft oder gar verschenkt wird. Soll ein Hund jung kräftig wachsen, älter tüchtig ziehen, so muß er tüchtig und gut gefüttert werden, und seine Ernährung kann leicht ebensoviel kosten wie die eines Esels. Zu Hause kann er auch durch Nagen, Totbeißen anderen Hausviehes usw. manchen empfindlichen Schaden tun, der beim Esel nicht vorkommt.
Der Esel hat den großen Vorzug, daß er ebensowohl tragen als ziehen, daß er 30 bis 40 Jahre tüchtig arbeiten kann, während ein Hund kaum 8 Jahre aushält und jedenfalls nur geringere Lasten fortschafft. – Bei diesen Vorzügen des Esels erklärt sich seine Seltenheit nur daraus, daß er in der Jugend 2 bis 3 Jahre lang gefüttert werden muß, bevor er außer dem Ertrag seines gut düngenden Mistes, Nutzen bringt, ferner, daß er bei geringerer Vermehrung nicht leicht zu haben, endlich, daß er aus eben diesen Gründen nicht wohlfeil ist. – Ganz anders möchte sich das Verhältnis gestalten, wenn Besitzer großer Güter oder Aktiengesellschaften eine kleine, aber kräftige Eselsrasse in Menge zögen und wohlfeil verkauften. – Würden statt der Esel Pferdchen kleinster Rasse gezogen, so würde das Unternehmen noch willkommener sein. –
Der Sachverständige befindet sich im Irrtum, wenn er die Gebrauchszeit eines Ziehhundes auf knapp acht Jahre angibt. Ich kenne eine Menge, die bis zum fünfzehnten Jahre gezogen haben. Das ist auch der beste Beweis, daß mäßiges Ziehen für einen großen Hund sehr gesund ist.
Der Kohlenhändler und andere Kellerbewohner haben deshalb einen Ziehhund, weil er in einer Ecke des Kellers sein Lager haben kann und obendrein noch wacht. Wo sollen sie einen Esel oder ein kleines Pferd unterbringen? Futter für einen Hund ist immer noch leichter in einer Großstadt zu beschaffen als Futter für einen Einhufer.
Manche Menschen bilden sich auf ihre Tierfreundlichkeit etwas ein, wenn ihr großer Hund den Tag über auf dem Teppich liegt und als einzige Bewegung das mehrmalige Hinausführen auf die Straße hat. In Wirklichkeit liegt hier eine Tierquälerei vor, weil der Hund als zur Bewegung geschaffenes Raubtier hierbei verkümmern muß. Ebenso sind Maulkörbe mit einer ledernen oder blechernen Absperrung vor der Nase, die den Hund am Riechen hindert, als Tierquälerei zu bezeichnen. Noch schlimmer sind die armen Zwingerhunde daran. Warum hier nicht die Tierschutzvereine eingreifen, ist schwer zu verstehen. Ich habe manchen Aufenthalt in Jagdrevieren nur deshalb vorzeitig abgebrochen, weil ich auf die Dauer das zum Herzen gehende Geheul der armen Zwingerhunde nicht aushalten konnte.
Um Mißverständnisse zu vermeiden, erkläre ich ausdrücklich, daß ich ebenfalls grundsätzlich gegen die Verwendung des Hundes zum Ziehen bin, weil die aufgezählten Bedingungen in der Praxis nicht immer berücksichtigt werden.