Die Antwort darauf ist folgende: Wir können aus zwei Gründen solche Käse nicht herstellen. Einmal fehlt uns das Gebirgsgras und dann die Gebirgsweiden.
Gras ist nämlich nicht Gras, wie der Großstädter meint, sondern das Gebirgsgras ist so kräftig, daß eine Kuh, die sonst 36 Pfund Niederungsgras frißt, nur 24 Pfund Gebirgsgras braucht.
Im Zoologischen Garten können wir die Verschiedenheit der Grasarten recht deutlich beobachten. Gemsen leben nicht lange im Zoologischen Garten und pflanzen sich noch seltener darin fort. Dabei gibt es doch in Bayern noch zahlreiche Gemsen. Sie sind also heimische Tiere. Aber in der Gefangenschaft fehlt ihnen das gewürzige Gebirgsheu. Was wir ihnen vorsetzen, ist nicht ihr Fall.
Pferde in den Alpen brauchen keinen Hafer, weil das Gebirgsgras so kräftig ist.
Es ist klar, daß dieses Gebirgsgras eine viel fettere Milch und demgemäß einen viel fetteren Käse liefert.
Nun kommt hinzu, daß oben in den Gebirgsweiden die Verhältnisse für die Kühe viel günstiger liegen. Bei uns in der Ebene werden die Kühe mit dem Eintritt des Sommers dermaßen von Insekten belästigt, daß sie in beständiger Unruhe sind, und der Ertrag der Milch darunter sehr leidet.
Ganz anders ist es auf den Alpenweiden. Die Rinder können daher behaglich und ohne fortwährend gepeinigt zu werden, sich dem Fressen und Wiederkäuen widmen.
Die Schweiz hat also durch Natur gegebene Vorzüge, die wir nicht nachmachen können. Auch ist die Art der Herstellung von örtlichen Verhältnissen abhängig.