Ein großer Vorteil ist es, daß das Schlachten bei Eintritt der kalten Jahreszeit stattfindet. Denn dadurch ist die Möglichkeit gegeben, Schinken und Speck recht lange aufzubewahren.
[105]. Wie soll der Schweinestall beschaffen sein?
An sich ist die Stallhaltung unnatürlich und deshalb ungesund. Zuchttiere, d. h. Tiere, von denen man Nachkommenschaft ziehen will, dürfen auch nicht dauernd im Stalle stehen, wenn man Freude an seiner Zucht haben will. Bei Tieren jedoch, die geschlachtet werden sollen, brauchen die gesundheitlichen Grundsätze nicht so streng beobachtet zu werden.
Gerade das Schwein stellt große Anforderungen an den Stall. Das soll nicht heißen, daß es Luxusbauten wünscht, – im Gegenteil. Wenn ein Schwein im Winter sich in den warmen Düngerhaufen einschieben kann, dann ist ihm höchst wohl zumute. Und diese Art Stallung kostet gar nichts. Im Sommer dagegen soll der Stall kühl sein.
Das ist nur aus der Lebensweise des Wildschweins zu erklären. Im Sommer sucht es, wie wir wissen, eine kühle Suhle auf. Im Winter dagegen liegt es in einem warmen Kessel. Das Schwein will also vor allen Dingen im Winter einen warmen Fußboden. Es ist ein Warmfüßler im Gegensatz zum Pferde, das als Steppentier ohne Schaden bei großer Kälte auf kaltem Fußboden stehen kann.
Weil es nun nicht immer leicht ist, einen Schweinestall mit warmem Boden herzustellen, so entgeht der einfache Mann durch Schlachtung seiner Schweine zu Beginn der eigentlichen Winterszeit allen weiteren Sorgen.
Im Luxusbau sind gewöhnlich kalte Fußböden, schlechte Luft, obendrein Zugluft und der feuchte Niederschlag von den Ausdünstungen. Es ist daher kein Wunder, daß Seuchen unter den Schweinen gar kein Ende nehmen.
Zum Wohlbefinden der Schweine gehören auch Pfähle, an denen sich das Schwein reiben kann. Denn das Wildschwein fühlt sich ganz besonders wohl, wenn es sich an Baumstämmen gehörig reiben kann. Solche Pfähle fehlen bei Luxusbauten, während sie der praktische Landwirt oft anbringt. Auch in unserem Zoologischen Garten sind sie glücklicherweise angebracht, und ihre starke Abnutzung zeigt, wie dringend notwendig sie sind.
[106]. Warum frißt die Sau die eigenen Ferkel?
Ein großer Schmerz für den Landwirt ist es, daß manche Sauen ihre eigenen Kinder fressen. Alle Mittel, die man dagegen anwendet, taugen im allgemeinen nicht viel.