In der Pflege des Menschen ist das zahme Kaninchen von den Tautropfen abgeschnitten und muß daher, wie die andern Tiere, trinken.
[129]. Welches sind die Feinde des Kaninchens?
Außer dem Menschen, dem stärksten Raubtier, hat das Kaninchen wohl ebensoviele Feinde wie sein Vetter, der Hase. Nur ist es insofern besser daran, als es in seinen Bau flüchten kann, was es regelmäßig tut, wenn es Gefahr merkt. Es klopft dann mit den Hinterfüßen auf, und die ganze Gesellschaft verschwindet unter der Erde. Denn im Gegensatz zum Hasen lebt das Kaninchen in Gesellschaften.
Wie alles Wild, so ist auch das Wildkaninchen ein nächtliches Tier, das mit dem Eintritt der Dunkelheit auf Nahrungssuche ausgeht. Deshalb werden ihm in erster Reihe die nächtlichen Raubvögel, also der Uhu und andere große Eulen, gefährlich. Am Tage sonnt es sich gern und läßt sich auch sonst an den langen Sommertagen blicken. Hierbei wird es leicht eine Beute der großen Tagraubvögel, namentlich des Adlers und des Habichts, soweit diese noch nicht ausgerottet sind.
Jeder Fuchs und Dachs, früher auch Wölfe und Luchse, sucht gern ein Kaninchen zu erbeuten. Da wir die meisten Raubtiere ausgerottet haben, müssen wir an ihre Stelle treten.
Am schlimmsten sind für das Kaninchen die Feinde, die ihm in seinen Bau folgen können, namentlich Marder und Iltis. Ein Albino des Iltis heißt Frettchen, von dem wir noch sprechen werden (Kap. [138]).
[130]. Zweckmäßige Behandlung unseres Kaninchens.
Wenn man die Lebensweise des Wildkaninchens genau kennt, so kann man sich ein ungefähres Bild davon machen, wie man das zahme Kaninchen halten soll.
Sehr schön ist es, daß Herr Lankenheim seine Kaninchenstallung so angelegt hat, daß sich die Tiere sonnen können. Alle nächtlichen Tiere sonnen sich gern, wie wir wissen.
Ebenso ist es wichtig, daß auf große Reinlichkeit gesehen wird durch Abflußrinnen für flüssige Ausscheidungen und häufige Entfernung der festen Entleerungen. Das Wildkaninchen legt seinen Unrat außerhalb des Baues ab, legt also Wert auf ein reines Lager.