Kommt es zu einer wirklichen Beißerei zwischen zwei großen Hunden, so ist jedes Prügeln gewöhnlich aussichtslos und obendrein sehr gefährlich. Die Hunde sind in ihrer Wut fast gefühllos und beißen selbst ihren eigenen Herrn, wodurch schon mancher um einen Finger gekommen ist.

Nur die Nase, das empfindlichste Organ des Nasentieres, bietet auch hier Angriffspunkte. Alle Nasentiere, also Füchse, Dachse und andere, können durch einen starken Hieb über die Nase getötet werden. Handelt es sich nicht um einen Hund, dessen Nase sehr wertvoll ist, also einen Jagdhund, so kann man die Empfindlichkeit der Hundenase als Mittel zum Auseinanderbringen verbissener Hunde benutzen. In Fachzeitschriften ist wiederholentlich davon berichtet worden, daß bei Hunden, die durchaus unempfindlich schienen, das Bestreuen der Nase mit Schnupftabak oder das Vorhalten einer brennenden Zigarre die sofortige Lösung der Tiere zur Folge gehabt hat.

[12]. Soll man sich in der Großstadt einen Hund halten? Die Stubenreinheit des Hundes.

Wir haben unsern Peter nur kurze Zeit beobachtet und dabei gesehen, daß er in den wenigen Stunden empfindlichen Menschen recht lästig fallen konnte. Nervösen Personen ist bereits das Hundegebell etwas, was ihnen auf die Nerven fällt. Aber selbst gesunden Personen ist es durchaus nicht angenehm, wenn sie beim Radfahren ein Hund verfolgt. Manche steigen sogar ab, weil sie bei den unberechenbaren Bewegungen des Tieres einen Sturz befürchten.

Das Gebissenwerden durch Hunde kommt wohl im großen ganzen nicht so häufig vor, wie man annehmen sollte. In den Großstädten pflegt der Maulkorbzwang diese Gefahr sehr herabzumindern. Uebrigens ist der Maulkorb nur ein unvollkommenes Abwehrmittel. Man ersieht es daran, daß er beißlustige Hunde nicht hindert, anderen Hunden Wunden beizubringen.

Andere, verhältnismäßig selten auftretende Gefahren, beispielsweise durch Tollwut, sollen später noch besprochen werden.

Bisher ist noch unerwähnt geblieben, daß ein Tier, das Speise und Trank zu sich nimmt, natürlich auch Ausscheidungen von sich geben muß. Bei dem Hunde treten diese Entleerungen in besonders unangenehmer Form auf. Er beschmutzt die Ecken von Häusern und überhaupt alle Vorsprünge beim Nässen, während er seine festen Ausscheidungen, die sogen. »Losung«, mit Vorliebe auf dem Bürgersteig absetzt. Es scheint ihm keinen Augenblick Sorge zu machen, daß dabei die Stiefelsohlen der Vorübergehenden mit seiner Losung Bekanntschaft machen können.

Ein Lichtblick hierbei ist es, daß der Hund wenigstens in der Wohnung stubenrein ist oder, wie es allgemein heißt, stubenrein gemacht wird. Darauf werden wir noch näher zu sprechen kommen.

Was veranlaßt nun den Hund zu dieser Handlungsweise, die anscheinend jeder Sitte und Scham Hohn spricht?

Auch hier müssen wir wieder die Lebensweise der wilden Verwandten um Rat fragen. Von den Wölfen und Füchsen wissen wir es mit Bestimmtheit, daß sie wie unsere Hunde an den Ecken und an vorspringenden Punkten nässen.