Versetzen wir uns in die Lage eines Nasentieres, so erkennen wir, daß hierdurch die Natur in höchst einfacher Form einen Nachrichtendienst in der Tierwelt, eine sogenannte »Post«, eingerichtet hat. Kommt ein Wolf in ein fremdes Gebiet, so braucht er nur die vorspringenden Punkte und Ecken zu beriechen und weiß dann sofort, ob hier Artgenossen hausen oder nicht. Am bequemsten kann er das riechen, wenn in der Höhe seiner Nase genäßt ist.
Damit sie stets die erforderliche Flüssigkeit haben, besitzen die Hundeartigen nur sehr wenig Schweißdrüsen. Jeder hat wohl schon beobachtet, daß die Hunde, wie der Volksmund sagt, an der heraushängenden Zunge schwitzen, aber nicht am Körper. Der von der Zunge herabfließende Speichel soll ohne Frage die lange Zunge und damit mittelbar den ganzen Körper abkühlen.
Seine Losung verscharrt der Wolf regelmäßig. Denn bei den Raubtieren hat sie einen so starken Geruch, daß alle Pflanzenfresser, Hirsche, Rehe, Hasen usw. das Gebiet verlassen würden, wo sie die Anwesenheit ihres Feindes durch diesen Umstand wahrgenommen hätten.
Auch unser Hund pflegt sich an dieses frühere Verscharren häufig zu erinnern. Denn man sieht nicht selten, daß er nach der Beendigung des Vorgangs mit den Hinterbeinen scharrt, obwohl das bei dem festen Steinpflaster vollkommen wirkungslos ist. Manche Leute behaupten, daß der Hund sich dadurch die Beine reinigen wolle. Das ist ganz ausgeschlossen, denn im Sande vergräbt er seine Losung auch heute noch, wie es ja auch die Katze tut.
Zu der Zeit, wo der Hund die Aufmerksamkeit einer Hündin erregen will, liegen ihm Räubergedanken fern. Dann vergräbt er die Losung nicht, sondern setzt sie ausgerechnet auf einen Stein oder sonst in einer solchen Höhe, daß sie mit der Nase der Hündin in gleicher Linie ist.
Zum Glück können die Ausscheidungen der Hunde nicht Träger von Krankheiten sein. Niemals hat man etwas davon gehört, daß dadurch Seuchen entstanden sind. Vielmehr behandelte man die Losung im Altertum als Arzneimittel. Auch heute spielt sie bei der Handschuhfabrikation eine große Rolle.
Zuungunsten des Hundes spricht also sehr viel. Man kann es den Hundefeinden nicht verargen, wenn sie darauf dringen, daß Hunde in der Stadt überhaupt nicht gehalten werden dürfen.
Was läßt sich dagegen zugunsten des Hundes geltend machen?
Da gerade bei uns der Stimme des Auslandes eine übermäßige Bedeutung beigemessen wird, so sollte es doch den Hundefeinden zu denken geben, daß man in anderen Kulturstaaten von solcher übertriebenen Gegnerschaft kaum etwas weiß.
Hiervon abgesehen sprechen für den Hund folgende Umstände: