Der Goldfisch

[192]. Warum ist der Goldfisch ein beliebter Aquariumfisch?

In meiner Jugendzeit waren runde, bauchige Glasbehälter mit Goldfischen sehr beliebt. Jetzt sieht man sie sogar in Aquariumhandlungen selten.

Im Berliner Tiergarten können wir Goldfische im sogenannten Goldfischteich beobachten. Allerdings muß man die Stellen kennen, wo sie sich aufzuhalten pflegen. Ueberdies ist ihre Anzahl jetzt stark zurückgegangen.

Wie die Wildenten, so haben auch die Goldfische sehr darunter gelitten, daß sie vom Publikum nicht mehr gefüttert werden. Früher war es ein alltäglicher Anblick, eine Unmenge Goldfische zu sehen, die sich um die zugeworfenen Brocken stritten, während am Ufer die Sperlinge saßen und sich auf jeden Brocken stürzten, der nicht ins Wasser gefallen war.

Unter den Goldfischen des Goldfischteichs befanden sich wahre Riesen, ferner auch Silberfische. Im engen Glase werden die Goldfische natürlich niemals so groß.

Als Knabe habe ich allerlei Getier im Aquarium gehalten. Immer wieder habe ich mich davon überzeugt, daß sie nicht annähernd so ausdauernd sind wie der Goldfisch. Außerdem ist die Pflege heimischer Tiere viel umständlicher als die des Goldfisches. Der Goldfisch bekam wöchentlich einmal reines Wasser und täglich ein paar Ameisenpuppen, sogenannte Ameiseneier. Dabei hält er sich jahrelang. Berücksichtigt man seine schöne Farbe, so ist es kein Wunder, daß er ein beliebter Aquariumfisch ist.

Der Goldfisch stammt aus China und Japan, wo er seit alter Zeit gezüchtet wird. Er ist ein Karpfenfisch aus der Gattung Karausche, der durch die Kunst der Züchter die goldrote Färbung erhalten hat. Vor zwei- oder dreihundert Jahren kam er nach Europa, wo er bald Mode wurde. Große Goldfischzüchtereien bestehen in Frankreich, in Schlesien, Ostpreußen und in Steiermark.