Später, als ich Affen genau studierte, sah ich zu meinem Erstaunen, daß der Affe, trotz seiner Klugheit, für Stubenreinheit nicht das mindeste Entgegenkommen zeigte. Ich habe unzählige zahme Affen kennengelernt, aber keinen einzigen, der stubenrein ist. Weder Prügel noch Scheltworte richten bei ihnen das geringste aus.
Hieraus geht klar hervor, daß der Mensch nicht den Hund stubenrein macht, sondern, wie beim Apportieren, einen im Hunde liegenden Urtrieb zur Entwicklung bringt.
So ist es auch in der Tat. Der Hund ist, wie seine Verwandten Wolf und Fuchs, früher ein Höhlenbewohner gewesen. Die Hundehütte ist ja weiter nichts als ein Ersatz für die frühere Höhle. Wir wissen nun vom Dachs, Hamster und andern Höhlenbewohnern, daß sie für ihre Entleerungen ein besonderes Abteil, eine Art Klosett, besitzen. Sie wissen aus Instinkt – was das ist, soll später erörtert werden –, daß sie ihre Höhle mit ihrem Unrat verpesten würden, wenn sie diese Vorsicht nicht beachteten.
Der Hund hat also von Hause aus den Trieb, seine Höhle nicht zu verunreinigen. Das sieht man am besten daraus, daß er sein Lager nicht verunreinigt, wenn man ihn daran festbindet.
Der Affe, der auf Bäumen lebt, kann kein Lager verpesten, und deshalb hat er für Stubenreinheit kein Verständnis.
[13]. Das Grasfressen der Hunde. Schämen sich manche Hunde?
Da sich die Lebensweise des Hundes besser auf dem Lande als in der Großstadt beobachten läßt, so nehmen wir die Einladung eines Bekannten an, der ein großer Tierfreund ist und mehrere Hunde auf seinem Grundstück hält. Unterwegs fällt uns ein Hund auf, der mit Grasfressen beschäftigt ist.
Dieses Grasfressen eines Fleischfressers hat seit alter Zeit die Aufmerksamkeit der Menschen erregt und die verschiedenartigste Deutung gefunden.
Wir beobachten jetzt an dem Hunde, daß er sich übergeben muß, wobei etwas Schleim zu Tage tritt.
Da für den Landbewohner dieser Vorgang eine alltägliche Erscheinung ist, so erklärt sich hieraus die Redensart: Es bekommt einem, wie dem Hunde das Gras, nämlich übel.